Schopp-Quartier in Datteln: Inklusives Wohnkonzept auf ehemaligem Gewerbeareal
Auf dem Gelände des ehemaligen Mercedes-Schopp-Betriebs in Datteln entsteht mit dem Schopp-Quartier ein neues, sozial orientiertes Wohnprojekt, das den Fokus auf Inklusion, Gemeinschaft und nachhaltige Stadtentwicklung legt. Auf einer Fläche von rund 13.000 Quadratmetern soll ab 2024 ein modernes Wohnquartier entwickelt werden, das unterschiedliche Lebensrealitäten zusammenführt und langfristig zur Entlastung des regionalen Wohnungsmarktes beiträgt.
Das Projekt umfasst insgesamt 130 Wohneinheiten und richtet sich an eine breit gefächerte Bewohnerschaft. Neben klassischen Mietwohnungen sind barrierefreie und altersgerechte Wohnformen vorgesehen, die insbesondere auf die Bedürfnisse älterer Menschen und Personen mit Unterstützungsbedarf zugeschnitten sind. Ergänzt wird das Angebot durch betreute Wohnformen sowie inklusive Wohngemeinschaften. Ziel ist es, ein generationenübergreifendes Zusammenleben zu ermöglichen, in dem Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder individuellen Einschränkungen gleichberechtigt am Alltag teilhaben können.
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Integration von Pflege- und Betreuungsangeboten direkt im Quartier. Geplant sind unter anderem ein ambulanter Pflegedienst, Tagespflegeeinrichtungen sowie spezielle Wohnangebote für Senioren und Menschen mit Behinderung. Dadurch entsteht eine wohnortnahe Versorgungsstruktur, die ein selbstbestimmtes Leben auch bei steigendem Unterstützungsbedarf ermöglicht.
Städtebaulich ist eine offene Bebauungsstruktur mit mehreren Gebäuden vorgesehen, die sich um eine großzügige, begrünte Quartiersmitte anordnen. Diese zentrale Freifläche dient als sozialer Treffpunkt und fördert den Austausch zwischen den Bewohnern. Die Gebäude sollen überwiegend vier bis fünf Geschosse umfassen und eine Mischung aus verschiedenen Wohnungsgrößen bieten, um unterschiedliche Haushaltsformen anzusprechen. Ergänzend sind teilweise gewerbliche Nutzungen vorgesehen, die zur Belebung des Quartiers beitragen können.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Ein erheblicher Anteil der Wohnungen ist als öffentlich geförderter Wohnungsbau geplant, wodurch auch einkommensschwächere Haushalte Zugang zu hochwertigem Wohnraum erhalten sollen. Diese soziale Durchmischung ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts.
Auch ökologische Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Die bislang stark versiegelte Fläche wird im Zuge der Entwicklung deutlich aufgewertet und durch Grünflächen ergänzt. Neben der Entsiegelung sind Maßnahmen wie die Installation von Photovoltaikanlagen sowie eine weitgehend autofreie Gestaltung der Innenbereiche vorgesehen. Der ruhende Verkehr wird größtenteils in einer Tiefgarage organisiert, wodurch die Aufenthaltsqualität im Außenraum erhöht wird.
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| Bilder: Tor5 Architekten, Bochum |
Das Quartier entsteht in einem städtebaulich interessanten Übergangsbereich zwischen gewerblich geprägten Flächen und bestehenden Wohngebieten. Durch die Umnutzung der zuvor industriell genutzten Fläche wird ein wichtiger Beitrag zur Innenentwicklung der Stadt geleistet. Gleichzeitig verbessert das Projekt die Vernetzung unterschiedlicher Stadtbereiche und schafft neuen Wohnraum ohne zusätzliche Flächenversiegelung im Außenbereich.
Der Bauantrag für das Projekt wurde Ende 2025 eingereicht. Der Baustart ist für den Sommer 2026 vorgesehen, die Fertigstellung wird derzeit für das Jahr 2028 angestrebt. Das Vorhaben befindet sich damit in einer fortgeschrittenen Planungsphase.
Insgesamt steht das Schopp-Quartier exemplarisch für aktuelle Entwicklungen in der Stadtplanung: die Umnutzung innerstädtischer Flächen, die Kombination von Wohnen, Pflege und sozialer Infrastruktur sowie die gezielte Förderung von inklusiven und nachhaltigen Lebensräumen. Das Projekt verfolgt den Anspruch, nicht nur neuen Wohnraum zu schaffen, sondern auch ein funktionierendes nachbarschaftliches Umfeld, das langfristig zur Lebensqualität in Datteln beiträgt.














