In Herne-Sodingen haben die vorbereitenden Arbeiten für ein neues Wohnquartier begonnen. Auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei an der Straße „Am Hauptfriedhof“ entsteht in den kommenden Jahren eine Klimasiedlung mit rund 130 Wohneinheiten. Das Projekt zählt zu den größeren Wohnungsbauvorhaben der Stadt und soll modernen Wohnraum mit nachhaltigen und klimafreundlichen Konzepten verbinden.
Das rund zwei Hektar große Areal befindet sich direkt am Hauptfriedhof an der Wiescherstraße. Die Fläche liegt eingebettet in eine grüne Umgebung und wurde in den vergangenen Jahren nur noch eingeschränkt genutzt. Zahlreiche Gewächshäuser, Nebengebäude und Garagen prägen derzeit noch das Erscheinungsbild des Geländes. Bevor die eigentliche Bebauung beginnen kann, müssen die vorhandenen Anlagen vollständig zurückgebaut werden.
130 Wohneinheiten in unterschiedlichen Gebäudetypen
Nach den bisherigen Planungen sollen auf dem Grundstück Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und sogenannte Townhouses entstehen. Das Quartier wird in mehreren Wohnhöfen organisiert, die durch gemeinschaftliche Aufenthalts- und Begegnungsflächen ergänzt werden. Ziel ist es, eine aufgelockerte Bebauung mit einem hohen Anteil an Grünflächen zu schaffen.
Die Mischung verschiedener Wohnformen soll unterschiedliche Zielgruppen ansprechen – von Familien über Paare bis hin zu Senioren. Ein Teil der Wohnungen wird öffentlich gefördert. Nach Angaben der Stadt sollen etwa 25 Prozent der Wohneinheiten in dieses Segment fallen.
Weitgehend autofreies Quartier geplant
Ein zentrales Element des Konzepts ist die Reduzierung des motorisierten Verkehrs innerhalb des Wohngebiets. Die Bewohner sollen ihre Fahrzeuge überwiegend in einer separaten Quartiersgarage abstellen. Innerhalb der Siedlung sollen die Freiflächen weitgehend den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten bleiben.
Lediglich für Anlieferungen, Umzüge oder andere notwendige Fahrten wird eine Zufahrt in das Quartier vorgesehen. Durch dieses Konzept sollen die Aufenthaltsqualität erhöht und zusätzliche Flächen für Grünanlagen und Begegnungsorte geschaffen werden.
Kosten haben sich verdoppelt
Die Entwicklung des Projekts verlief nicht ohne Herausforderungen. Ursprünglich waren für die Klimasiedlung Investitionen von rund 30 Millionen Euro vorgesehen. Mittlerweile wird von Gesamtkosten in Höhe von etwa 60 Millionen Euro ausgegangen.
Als wesentlicher Grund für die Kostensteigerungen und die mehrjährige Verzögerung gelten die aufwendigen Vorbereitungen für den Abriss der bestehenden Anlagen. Auf dem Gelände befinden sich zahlreiche ältere Gewächshäuser mit Asbestbelastung, deren Rückbau besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordert. Die Planung und Abstimmung der Abrissarbeiten nahm daher deutlich mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich erwartet.
Erste Bauarbeiten beginnen
Mit dem offiziellen Baustart beginnt zunächst die Phase des Rückbaus. Die vorhandenen Gebäude und Gewächshäuser sollen in den kommenden Monaten entfernt werden. Anschließend sind umfangreiche Arbeiten zur Vorbereitung des Baugrunds vorgesehen.
Da derzeit noch Brut- und Nistzeiten verschiedener Tierarten berücksichtigt werden müssen, sollen größere Grünarbeiten erst im Herbst beginnen. Nach aktuellem Zeitplan ist der Beginn der eigentlichen Hochbaumaßnahmen für Ende 2027 vorgesehen.
Fertigstellung bis Ende des Jahrzehnts angestrebt
Die Stadt wird die einzelnen Bauabschnitte und Investorenleistungen ausschreiben. Parallel dazu werden die weiteren Planungen konkretisiert und die notwendigen Bebauungsplanverfahren durchgeführt.
Nach heutiger Einschätzung könnte das neue Wohnquartier bis zum Ende der 2020er Jahre vollständig realisiert werden. Angaben zu späteren Mietpreisen, Kaufpreisen oder Vermarktungszeiträumen liegen derzeit noch nicht vor.
Mit der Klimasiedlung entsteht in Herne eines der bedeutendsten aktuellen Wohnungsbauprojekte der Stadt. Neben der Schaffung neuer Wohnungen stehen dabei insbesondere nachhaltige Stadtentwicklung, eine hohe Aufenthaltsqualität und die Integration großzügiger Grünflächen im Mittelpunkt der Planungen.
Quelle: WAZ - Klimasiedlung entsteht in Herne: 130 Wohnungen für 60 Millionen Euro - Paywall








