Freitag, 22. Mai 2026

Essen - Revitalisierung Ruhrturm (67m) - In Planung

Der Ruhrturm an der Huttroper Straße/Ruhrallee in Essen ist zweieinhalb Jahre nach der Insolvenz der Fakt AG verkauft worden. Neuer Eigentümer ist die P-Touch-Gruppe, ein international tätiges Family Office und Projektentwickler mit über 40 Jahren Erfahrung. Das 1976 als Konzernzentrale der Ruhrgas AG erbaute Gebäude mit 16 Etagen und rund 40.000 Quadratmetern Fläche wurde 2011 von der Fakt AG übernommen, die bereits versuchte, das Hochhaus breiter aufzustellen und neben Büros auch ein Hotel, ein Tagungscenter sowie ein Coworking-Konzept unterzubringen. Nach der Insolvenz der Fakt AG 2022 und der anschließenden Finanzierung durch die Gläubiger wurde der Verkauf des Ruhrturms möglich.

Die neuen Eigentümer planen, den Ruhrturm zu einem gemischt genutzten Gebäude umzubauen. Geplant sind Wohnungen und Micro-Apartments für Studierende, Berufstätige und Langzeitgäste, ein Kindergarten, ein medizinisches Versorgungszentrum sowie neue Gastronomieangebote. Das bestehende Hotel soll erhalten bleiben, Büros weiterhin verfügbar sein, allerdings in reduziertem Umfang, um auf die veränderte Nachfrage am Büromarkt zu reagieren. Zudem soll die Fassade modernisiert werden, um dem Gebäude ein zeitgemäßes Erscheinungsbild zu verleihen. Ziel der P-Touch-Gruppe ist es, den Ruhrturm wieder als positives Wahrzeichen für Essen zu etablieren, das Menschen verbindet und den Stadtteil stärkt.


Verkauf: Ruhrturm in Essen an der Huttroper Straße/Ruhrallee nach Insolvenz der Fakt AG verkauft.

Neuer Eigentümer: P-Touch-Gruppe, international tätiges Family Office und Projektentwickler mit über 40 Jahren Erfahrung.


Gebäudehistorie:
  • 1976 als Konzernzentrale der Ruhrgas AG erbaut
  • 16 Etagen, 60 Meter hoch, ca. 40.000 m² Fläche
  • 2011 von Fakt AG übernommen; Nutzung: Büros, Hotel, Tagungscenter, Coworking, Schönheitsklinik
  • Bisherige Nutzung: Kombination aus Büros, Hotel, Tagungscenter, Coworking und Schönheitsklinik
Zukünftige Pläne:
  • Umbau zu gemischt genutztem Gebäude
  • Wohnungen und Micro-Apartments für Studierende, Berufstätige und Langzeitgäste
  • Kindergarten und medizinisches Versorgungszentrum
  • Neue Gastronomie
  • Bestehendes Hotel bleibt erhalten
  • Weniger Büroflächen, Anpassung an veränderte Nachfrage
  • Modernisierung der Fassade, neues äußeres Erscheinungsbild
Quelle: WAZ - Ruhrturm ist verkauft: Der neue Eigentümer hat große Pläne - Paywall


Update 22.05.2026

Ruhrturm Essen: Vom Bürohochhaus zur vertikalen Stadt

Der Ruhrturm in Essen-Huttrop steht vor einer umfassenden Transformation. Das markante Hochhaus aus den 1970er Jahren soll in den kommenden Jahren zu einem modernen Mixed-Use-Komplex umgebaut werden – mit Rooftop-Bar, Hotel, Gesundheitsangeboten, Wohnen, Gastronomie und begrünten Dachflächen. Für die Architektur- und Stadtentwicklungsbranche ist das Projekt ein spannendes Beispiel dafür, wie bestehende Hochhäuser neu gedacht werden können.

Ein Hochhaus mit Geschichte

Der rund 67 Meter hohe Ruhrturm wurde 1972/73 errichtet und diente viele Jahre als Unternehmenszentrale der Ruhrgas AG. Trotz seiner markanten Erscheinung verlor das Gebäude in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung. Große Teile der über 40.000 Quadratmeter Nutzfläche standen leer oder wurden nur eingeschränkt genutzt.

Mit dem Kauf durch die P-Touch-Group im Jahr 2025 beginnt nun ein neues Kapitel. Statt Abriss setzen die neuen Eigentümer auf Revitalisierung – ein Ansatz, der im Sinne nachhaltiger Stadtentwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Revitalisierung statt Neubau

Besonders interessant ist die Entscheidung, die bestehende Gebäudestruktur weitgehend zu erhalten. Laut Projektentwicklern verfügt der Turm über eine hochwertige Grundsubstanz, die eine Modernisierung wirtschaftlich und technisch sinnvoll macht.

Dennoch ist der Eingriff tiefgreifend:

  • vollständige Entkernung,
  • neue Gebäudetechnik,
  • energetische Sanierung,
  • Anpassung an aktuelle Brandschutzstandards,
  • Neugestaltung der Fassaden.

Die neue Fassadengestaltung soll dem Gebäude eine elegantere vertikale Wirkung verleihen und den bislang eher monolithischen Charakter aufbrechen.

Die Idee der „5-Minuten-Stadt“

Das Konzept orientiert sich an der Idee der kompakten Stadt: Arbeiten, Wohnen, Freizeit und Versorgung sollen an einem Ort zusammenkommen.

Geplant sind unter anderem:

  • Hotel mit rund 130 Zimmern,
  • Rooftop-Bar mit Blick über das Ruhrgebiet,
  • Restaurant und Außenbereiche,
  • Event- und Konferenzflächen,
  • Fitnessstudio,
  • medizinisches Versorgungszentrum,
  • Boarding-House,
  • Azubi- und Studentenapartments,
  • Senioren-WG,
  • Tagespflege,
  • Kita mit Dachspielflächen.

Damit entsteht kein klassischer Büroturm mehr, sondern ein hybrider Gebäudekomplex mit urbanem Nutzungsmix.

Dachflächen als neuer Lebensraum

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Aktivierung der Dachflächen. Mehrere Dächer sollen begrünt und für unterschiedliche Nutzungen geöffnet werden.

Besonders auffällig:

  • Rooftop-Bar auf den oberen Etagen,
  • begrünte Aufenthaltsbereiche,
  • Spielflächen für die Kita,
  • mögliche „Dachalm“ mit Tieren wie Hühnern oder Schafen.

Gerade diese Dachnutzung zeigt, wie stark sich Architektur heute mit Aufenthaltsqualität und sozialer Nutzung beschäftigt – selbst in Bestandsgebäuden der Nachkriegsmoderne.

Kein Supermarkt – bewusst

Ursprünglich war im Ruhrturm ein Supermarkt vorgesehen. Dieses Konzept wurde jedoch verworfen. Stattdessen soll ein kleiner Nahversorgungsbereich mit Kiosk, DHL-Shop und saisonalen Verkaufsständen entstehen.

Die Entscheidung zeigt, dass Projektentwickler zunehmend stärker kuratierte Nutzungskonzepte verfolgen, statt klassische Einzelhandelsflächen zu integrieren.

Bilder: WAZ / P-Touch Group

Architekturtrend: Transformation statt Abriss

Der Ruhrturm steht exemplarisch für einen wichtigen Trend der Gegenwart:
Die Umnutzung bestehender Hochhäuser wird zunehmend attraktiver als ein kompletter Neubau.

Gründe dafür sind:

  • Nachhaltigkeit,
  • graue Energie im Bestand,
  • steigende Baukosten,
  • Flächenknappheit,
  • neue Anforderungen an urbane Nutzungsmischung.

Gerade ehemalige Bürohochhäuser bieten großes Potenzial für neue hybride Nutzungskonzepte.

Fazit

Mit dem Umbau des Ruhrturms entsteht in Essen eines der spannendsten Revitalisierungsprojekte im Ruhrgebiet. Das Vorhaben verbindet Bestandserhalt, urbane Nutzungsmischung und neue Aufenthaltsqualitäten auf engem Raum.

Ob das Konzept langfristig funktioniert, wird sich erst nach Fertigstellung zeigen. Architektonisch und städtebaulich liefert das Projekt jedoch bereits jetzt interessante Impulse für die Zukunft ehemaliger Bürohochhäuser in deutschen Städten.

Quelle: WAZ - Rooftop-Bar, aber kein Supermarkt: Das sind die Pläne für den Ruhrturm in Essen - Paywall

Sonntag, 17. Mai 2026

Recklinghausen | Neubau Trainingszentrum der Polizei | In Bau

In Recklinghausen am Westring entsteht ein Polizei-Neubau. Es handelt sich dabei um ein Regionales Trainingszentrum (RTZ), wo Beamte aus dem gesamten nördlichen Ruhrgebiet trainert werden. Den Zuschlag für die Maumaßnhme erhielt eine Bietergemeinschaft der Firmen JBR aus Münster und Ten Brinke aus den Niederlanden. Die Polizei zieht als Mieterin für 25 Jahre in die Gebäude. Die Investitionskosten bewegen sich im höheren zweistelligen Millionenbereich.

Für den Fertigstellungstermin kann noch kein konkreter Zeitpunkt gennant werden, da man sich aktuell noch in der Planungsphase befindet. Das vorgesehene Gelände befindet sich am Westring in Recklinghausen und umfasst 50.000 Quadratmeter. Neben dem Trainingszentrum werden auf dem Gelände Dienststellen der Polizei Recklinghausen untergebracht. So werden die Hundertschaft, verschiedene Kommissariate, Sachgebiete und die Fahrzeugwerkstatt eine neue Wirkungsstätte finden. Zudem sind Parkmöglichkeiten für Dienstfahrzeuge und die Fahrzeuge der Mitarbeitenden vorgesehen. Das Präsidium am Westerholter Weg in Recklinghausen wird trotz des Neubaus nicht aufgegeben, es bleibt die erste Heimat der Polizei Recklinghausen.

Quelle: WAZ - Neubau mit Trainingszentrum auch für Gladbecker Polizisten  - (August 2024)


Bild: JBR-Partner


Update 17.05.2026

Spatenstich für die Polizei der Zukunft: Neues Polizeiquartier und Trainingszentrum in Recklinghausen

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich fiel am 5. Mai 2026 der Startschuss für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der Polizei in Nordrhein-Westfalen: In Recklinghausen entstehen eine neue Zentrale Polizeiliche Liegenschaft (ZPL) sowie ein modernes Regionales Trainingszentrum (RTZ). Vertreter aus Politik, Polizei, Verwaltung und Wirtschaft kamen zusammen, um den Beginn der Bauarbeiten offiziell zu feiern.

Ein starkes Signal für moderne Polizeiarbeit

Der Neubau steht für eine klare Zukunftsvision: moderne Arbeitsplätze, innovative Trainingsmöglichkeiten und eine leistungsfähige Infrastruktur für die Polizei der Region. Gemeinsam mit dem Projektentwickler Ten Brinke und den planenden Architekten der JBR-Partnergesellschaft entsteht am Westring ein zukunftsorientierter Standort für Sicherheit und Ausbildung.

Bereits im Juli 2024 wurde der Mietvertrag unterzeichnet. Nach intensiver Planung beginnt nun die praktische Umsetzung eines Projekts, das die Polizeiarbeit in der Region nachhaltig stärken soll.

Zentrale Bündelung wichtiger Polizeidienststellen

Die neue Liegenschaft wird künftig zahlreiche Bereiche der Polizei unter einem Dach vereinen. Dazu gehören:

  • Verwaltungsdienststellen der Polizei Recklinghausen
  • die Hundertschaft
  • verschiedene Kriminalkommissariate
  • die Fahrzeugwerkstatt

Auf dem rund 62.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen zusätzlich umfangreiche Park- und Fahrzeugflächen.

Modernes Training für reale Einsatzlagen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem geplanten Regionalen Trainingszentrum Recklinghausen. Dort sollen künftig nicht nur Einsatzkräfte aus Recklinghausen, sondern auch Polizistinnen und Polizisten aus Gelsenkirchen und Oberhausen trainieren.

Ziel ist es, Einsatzkräfte noch besser auf unterschiedlichste Einsatzlagen vorzubereiten – mit modernen Trainingsmethoden, zeitgemäßer Technik und realitätsnahen Übungsmöglichkeiten.

NRW-Innenminister Herbert Reul betonte die Bedeutung solcher Einrichtungen:

„Moderne Dienststellen und regionale Trainingszentren gehören zu einer professionellen Polizeiarbeit dazu.“

Stimmen zum Projekt

Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen sieht in dem Bauprojekt einen wichtigen Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Polizei:

„Mit dem Spatenstich beginnt die Bauphase eines Projekts, das unsere Polizei zukunftstauglich macht.“

Auch Bürgermeister Axel Tschersich unterstrich die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei und bezeichnete die neue Einrichtung als wichtigen Standortfaktor für Recklinghausen.

Von Seiten des Bauherrn erklärte Albert ten Brinke, CEO von Ten Brinke:

„Hier entsteht ein modernes Polizeiquartier, das höchste Anforderungen der polizeilichen Arbeit erfüllt.“

Investition in Sicherheit und Zukunft

Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen mit Genehmigung des Innenministeriums NRW. Mit dem Baustart wurde nun der Grundstein für eine moderne Polizeiinfrastruktur gelegt, die weit über Recklinghausen hinaus Bedeutung haben wird.



Pressemitteilung: Spatenstich für zentralen Polizeistandort in Recklinghausen

Moers - Neubau Volksbank Hülsdonker Straße - In Planung

Volksbank Niederrhein investiert in die Zukunft: Neubauprojekt in Moers gestartet

Die Volksbank Niederrhein setzt ein starkes Zeichen für Zukunft, Nachhaltigkeit und regionale Verbundenheit: In der Moerser Innenstadt entsteht ein modernes neues Bankgebäude im neu entwickelten WEYERPARK an der Hülsdonker Straße. Mit dem jetzt unterzeichneten Bauvertrag beginnt offiziell eines der bedeutendsten Projekte der Bank in den kommenden Jahren.

Ein klares Bekenntnis zum Standort Moers

Für Vorstandsvorsitzenden Guido Lohmann ist der Neubau weit mehr als nur ein modernes Verwaltungsgebäude. Vielmehr versteht die Bank das Projekt als langfristige Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und als klares Bekenntnis zur Region Niederrhein.

Das neue Gebäude soll moderne Beratungswelten, attraktive Arbeitsplätze und nachhaltige Architektur miteinander verbinden. Gleichzeitig möchte die Volksbank einen offenen Begegnungsort für Mitglieder, Kunden und Mitarbeitende schaffen.

Bild: Volksbank Niederrhein

Modernes Kompetenzzentrum auf 1.600 Quadratmetern

Nach Fertigstellung stehen rund 1.600 Quadratmeter Büro-, Service- und Beratungsfläche zur Verfügung. Geplant ist ein zentraler Kompetenzstandort für die Region Moers, an dem künftig verschiedene Bereiche gebündelt werden:

  • Firmenkundenbetreuung
  • Private Banking
  • Baufinanzierung
  • Privatkundengeschäft

Besonderes Highlight wird ein Veranstaltungsbereich im obersten Stockwerk mit großzügiger Dachterrasse sein. Die Räumlichkeiten sollen nicht nur intern genutzt werden, sondern auch regionalen Vereinen und gemeinnützigen Organisationen kostenfrei für Veranstaltungen oder Jahreshauptversammlungen zur Verfügung stehen.

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt

Bei der Planung spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Das Gebäude soll hohe energetische Standards erfüllen und ressourcenschonend betrieben werden. Vorgesehen sind unter anderem:

  • Energieversorgung über Solaranlagen und Wärmepumpentechnik
  • Fahrradstellplätze mit Solardächern
  • Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge
  • Gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr

Damit möchte die Volksbank nicht nur wirtschaftlich investieren, sondern auch ökologische Verantwortung übernehmen.

Regionale Unternehmen übernehmen die Umsetzung

Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit regionalen Partnern. Die Projektentwicklung übernimmt die Area & Clavis GmbH. Der Rohbau wird von der Malesevic Bau GmbH realisiert. Für die Innenarchitektur und bankspezifischen Konzepte wie Tresorräume oder Schließfachanlagen zeichnet die Raumplan GmbH verantwortlich.

Die enge Zusammenarbeit mit heimischen Unternehmen sei laut Vorstand ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie.

Fertigstellung für 2028 geplant

Die Bauanträge wurden bereits eingereicht. Der Baubeginn ist für Herbst 2026 vorgesehen, die Fertigstellung wird für Herbst 2028 erwartet.

Nach dem Umzug wird die Volksbank ihren bisherigen Standort an der Mühlenstraße aufgeben. Das derzeit genutzte Gebäude gilt laut Bank als energetisch und bautechnisch nicht mehr zeitgemäß sowie langfristig wirtschaftlich unattraktiv.

Samstag, 16. Mai 2026

Bochum - Neubau Mehrfamilienhaus Feldmark, Ecke Maria-Merian-Weg - In Planung

Familienfreundlicher Neubau im Ostpark geplant

Im Ostpark entsteht ein weiteres öffentlich gefördertes Wohnbauprojekt: Der Gemeinnützige Wohnungsverein zu Bochum eG (GWV) realisiert an der Feldmark, Ecke Maria-Merian-Weg insgesamt 39 Wohnungen mit Schwerpunkt auf familiengerechten Grundrissen. Das Vorhaben ergänzt die laufende Entwicklung des neuen Stadtquartiers und setzt zugleich auf energieeffiziente Gebäudetechnik sowie nachhaltige Freiraumkonzepte.

Bild: Tor5 Architekten, Bochum

Öffentlich geförderter Wohnraum für Familien

Die geplanten Wohnungen richten sich an Haushalte mit geringem bis mittlerem Einkommen. Mit einer Nettokaltmiete von 7,45 Euro pro Quadratmeter bleibt das Projekt deutlich unter dem aktuellen Marktniveau. Vorgesehen sind Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, wobei der Fokus auf größeren Einheiten zwischen 80 und 110 Quadratmetern liegt – ein Segment, das im geförderten Wohnungsbau vieler Städte weiterhin knapp ist.

Das Gebäude umfasst vier Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss und erreicht eine Gesamtwohnfläche von rund 3.040 Quadratmetern. Die kompakte Bauweise reagiert auf die urbane Lage innerhalb des Entwicklungsgebiets Ostpark und kombiniert hohe Wohnraumausnutzung mit familienfreundlichen Wohnungszuschnitten.

Nachhaltige Gebäudetechnik und Regenwassermanagement

Auch technisch orientiert sich das Projekt an aktuellen Anforderungen des nachhaltigen Wohnungsbaus. Der Neubau erfüllt den Effizienzhaus-40-Standard und wird mit einer Kombination aus Geothermie und Photovoltaik ausgestattet. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine extensive Dachbegrünung.

Besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem Entwässerungssystem im Quartier. Das Niederschlagswasser wird nicht direkt in die Kanalisation eingeleitet, sondern oberirdisch über Rinnen, Wasserläufe und Rückhaltebecken geführt und anschließend dem Harpener Bach zugeleitet. Das Konzept verbindet technische Infrastruktur mit landschaftsplanerischen Elementen und trägt zur klimaresilienten Quartiersentwicklung bei.

Mobilitätskonzept mit Tiefgarage und Fahrradstellplätzen

Zur Entlastung des öffentlichen Raums entsteht unter dem Gebäude eine Tiefgarage mit 20 PKW-Stellplätzen. Ergänzend sind Fahrradstellplätze sowie Flächen für Lastenräder vorgesehen. Weitere Stellplätze stehen in der benachbarten Quartiersgarage zur Verfügung.

Das rund 2.230 Quadratmeter große Grundstück integriert damit unterschiedliche Mobilitätsformen und reagiert auf die veränderten Anforderungen urbaner Wohnquartiere.

Baustart ab Ende 2026 vorgesehen

Die Baugenehmigung für das Projekt liegt bereits vor. Ab Mai 2026 beginnen zunächst vorbereitende Bodenuntersuchungen. Der offizielle Spatenstich ist für November geplant, der eigentliche Baubeginn soll Ende des Jahres erfolgen.

Quelle: Ostpark wächst – mehr bezahlbarer Wohnraum für Familien

Sonntag, 10. Mai 2026

Bochum - Wohngebäude Wasserstraße 170c - In Bau

Hinterlandbebauung als städtebauliches Prinzip im Bochumer Süden

An der Wasserstraße 170c in Bochum-Wiemelhausen entsteht derzeit ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Eigentumswohnungen. Das Projekt unterscheidet sich von vielen klassischen Straßenrandbebauungen vor allem durch seine Positionierung im hinteren Grundstücksbereich. Die geplante Hinterlandbebauung reagiert damit auf die dichte urbane Struktur entlang der Wasserstraße und schafft einen räumlich abgeschirmten Wohnbereich innerhalb eines gewachsenen Stadtquartiers.

Städtebauliche Einordnung

Die Wasserstraße gehört zu den wichtigen innerstädtischen Verbindungsachsen im Bochumer Süden. Das Umfeld ist geprägt von einer Mischung aus Nachkriegswohnungsbau, kleinteiligen Mehrfamilienhäusern und einzelnen verdichteten Neubauten. Gleichzeitig weist der Stadtteil Wiemelhausen weiterhin zahlreiche tief geschnittene Grundstücke auf, die Potenzial für Nachverdichtung bieten.

Das Projekt an der Wasserstraße 170c nutzt genau diese Struktur. Statt einer straßenbegleitenden Ergänzung entsteht der Neubau im rückwärtigen Grundstücksbereich. Diese Form der Nachverdichtung ist in vielen Ruhrgebietsstädten zunehmend zu beobachten, da innerstädtische Bauflächen begrenzt sind und gleichzeitig Wohnraum geschaffen werden soll.

Die architektonische Herausforderung solcher Projekte besteht häufig darin, ausreichende Belichtung, Erschließung und Freiraumqualität trotz dichter Umgebung sicherzustellen.

Gebäudestruktur und Wohnkonzept

Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten unterschiedlicher Größe. Die Wohnungen reichen von kleineren 2,5-Zimmer-Grundrissen bis hin zu größeren Familien- und Penthousewohnungen.

Das Projekt orientiert sich typologisch an zeitgenössischen Neubauten im mittleren Geschosswohnungsbau:

  • kompakte Eigentümergemeinschaft
  • barrierearme Erschließung
  • Aufzug
  • Tiefgarage
  • klar standardisierte Grundrisssysteme

Die Wohnungsgrößen zwischen etwa 71 und 121 Quadratmetern deuten auf eine relativ breite Zielgruppe hin. Auffällig ist dabei die Kombination aus kleineren Einheiten und großzügigeren Penthousewohnungen innerhalb eines vergleichsweise kleinen Gebäudes.

Architektur zwischen Funktionalität und Energieeffizienz

Aus den bislang bekannten Informationen ergibt sich kein spektakulärer architektonischer Ansatz, vielmehr folgt das Projekt einem derzeit typischen Schema des energieeffizienten Wohnungsneubaus:

  • kompakte Baukörper
  • wirtschaftliche Grundrissorganisation
  • reduzierte technische Komplexität
  • Fokus auf Energieeffizienz und Barrierearmut

Geplant ist ein KfW-55-Standard in Verbindung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Damit bewegt sich das Projekt innerhalb der gegenwärtig üblichen energetischen Anforderungen für Neubauten im Wohnungsbau.

Interessant ist dabei weniger die technische Innovation als vielmehr die Frage, wie sich solche Standards langfristig auf Baukosten, Betriebskosten und architektonische Gestaltung auswirken. Viele aktuelle Wohnungsneubauten stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck, wodurch Fassadengestaltung, Materialität und räumliche Großzügigkeit häufig reduziert werden.

Hinterlandbebauung und urbane Nachverdichtung

Das Projekt lässt sich auch als Beispiel für die zunehmende Nachverdichtung innerhalb bestehender Wohnquartiere lesen. Während freie Bauflächen im Ruhrgebiet lange ausreichend vorhanden waren, rücken heute stärker jene Grundstücke in den Fokus, die bislang nur teilweise genutzt wurden.

Hinterlandbebauungen bieten dabei Vorteile und Konfliktpotenziale zugleich:

Potenziale

  • effizientere Flächennutzung
  • Schaffung zusätzlichen Wohnraums ohne neue Siedlungsflächen
  • ruhigere Wohnsituationen trotz zentraler Lage
  • bessere Ausnutzung bestehender Infrastruktur

Herausforderungen

  • eingeschränkte Belichtung und Sichtachsen
  • Konflikte mit Bestandsbebauung
  • höhere Anforderungen an Erschließung und Feuerwehrzufahrt
  • mögliche Versiegelung bislang offener Hofflächen

Gerade in dicht gewachsenen Stadtteilen wie Wiemelhausen wird die Qualität solcher Projekte stark davon abhängen, wie sorgfältig Übergänge zwischen Bestand und Neubau gestaltet werden.

Einordnung in den Bochumer Wohnungsmarkt

Mit den derzeit aufgerufenen Kaufpreisen bewegt sich das Projekt im oberen Segment des Bochumer Neubauwohnungsmarktes. Dies verweist auf eine Entwicklung, die sich in vielen Ruhrgebietsstädten beobachten lässt: Neubauten orientieren sich zunehmend an energetischen und technischen Standards, die erhebliche Baukosten verursachen und damit auch in traditionell günstigeren Städten zu deutlich höheren Quadratmeterpreisen führen.

Gleichzeitig verändert sich dadurch die soziale Zusammensetzung neuer Wohnprojekte. Eigentumswohnungen dieser Größen- und Preisklasse richten sich heute überwiegend an Haushalte mit vergleichsweise hoher Kaufkraft.

Fazit

Das Neubauprojekt an der Wasserstraße 170c steht exemplarisch für aktuelle Entwicklungen im urbanen Wohnungsbau des Ruhrgebiets: Nachverdichtung im Bestand, energieeffiziente Bauweise und standardisierte Eigentumswohnungsprojekte innerhalb gewachsener Stadtquartiere.

Architektonisch scheint weniger ein experimenteller Ansatz im Vordergrund zu stehen als vielmehr die funktionale Umsetzung eines wirtschaftlich tragfähigen Neubaus unter heutigen energetischen Rahmenbedingungen. Interessant bleibt vor allem die städtebauliche Wirkung der Hinterlandbebauung und die Frage, wie sich solche Projekte langfristig in bestehende Quartiersstrukturen integrieren.

Bilder + Quelle: Bollmann - Gruppe -Wasserstraße 170c Projektentwicklung

Sonntag, 19. April 2026

Bochum - Mehrfamilienhaus an der Tippelsberger Straße 20 - Fertig (12/25)

Fertiggestelltes Mehrfamilienhaus an der Tippelsberger Straße 20 in Bochum

An der Tippelsberger Straße 20 im Bochumer Stadtteil Riemke wurde kürzlich ein modernes Mehrfamilienhaus fertiggestellt. Das Projekt wurde von der Bochumer Wohnstätten Genossenschaft realisiert und ist Teil der lokalen Wohnraumentwicklung mit Fokus auf energieeffizientes und barrierefreies Wohnen.


Projektübersicht

Das Gebäude umfasst drei Geschosse mit insgesamt zwölf Wohneinheiten. Die Wohnungen sind als Zwei-Zimmer-Apartments konzipiert und verfügen über Wohnflächen von etwa 60 bis 63 Quadratmetern. Das Angebot richtet sich vor allem an Singles und Paare.

Mit der Fertigstellung steht nun zusätzlicher Wohnraum im Stadtteil zur Verfügung.

Bauweise und Ausstattung

Das Mehrfamilienhaus wurde nach modernen energetischen Standards errichtet. Eine Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Batteriespeicher trägt zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zu einer nachhaltigen Versorgung bei.

Zu den Ausstattungsmerkmalen zählen:

  • Barrierefreier Zugang zu allen Wohnungen
  • Aufzug innerhalb des Gebäudes
  • Fußbodenheizung
  • Loggien für jede Wohneinheit
  • Gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse
  • Begrünte Dachflächen

Die Fassadengestaltung kombiniert Klinker- und Putzflächen und fügt sich in die bestehende Bebauung ein.

Fotos: MACON BAU GmbH

Außenanlagen und Infrastruktur

Auf dem Grundstück wurden zwölf Stellplätze geschaffen, teilweise mit Vorbereitung für Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Ergänzt wird das Angebot durch eine kleine Spielfläche sowie gemeinschaftliche Bereiche.

Die Erschließung erfolgt über Laubengänge auf der Hofseite, wodurch eine funktionale und platzsparende Lösung umgesetzt wurde.

Standortentwicklung

Das Gebäude wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Gaststätte errichtet, die zuvor abgerissen worden war. Durch die Neubebauung wurde die Fläche einer neuen Nutzung zugeführt und trägt zur Nachverdichtung im Stadtteil bei.

Herne - Wohnquartier "Funkenberghöfe" - In Planung

Funkenberghöfe in Herne: Neues Wohnquartier mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Vielfalt

In Herne entsteht mit den „Funkenberghöfen“ ein neues Wohnquartier, das moderne Architektur mit ökologischen und sozialen Aspekten verbinden soll. Das Projekt ist Teil der Entwicklung des sogenannten Funkenbergquartiers im Stadtteil Baukau, unweit des Hauptbahnhofs.


Projektumfang und Zeitplan

Geplant sind insgesamt fünf Wohngebäude mit rund 87 Wohneinheiten. Die Realisierung erfolgt durch die Dorcon Projekt GmbH, während die architektonische Gestaltung vom Büro Tor 5 Architekten verantwortet wird. Das Investitionsvolumen liegt bei etwa 30 Millionen Euro.

Nach aktuellem Stand soll der Bau im Sommer 2027 beginnen, die Fertigstellung ist für das Jahr 2029 vorgesehen.

Wohnkonzept und Zielgruppen

Das Wohnangebot umfasst unterschiedliche Wohnformen, darunter:

  • kompakte Wohnungen für Einzelpersonen
  • größere Einheiten für Familien
  • sogenannte Clusterwohnungen, die sich beispielsweise für Wohngemeinschaften eignen

Ein zentrales Merkmal ist die Kombination aus frei finanzierten und öffentlich geförderten Wohnungen. Damit soll ein breites Spektrum an Einkommensgruppen angesprochen werden. Als potenzielle Zielgruppen gelten unter anderem Studierende sowie Beschäftigte der nahegelegenen Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung.


Städtebauliches und ökologisches Konzept

Besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung der Außenbereiche. Die Funkenberghöfe sind als Quartier mit begrünten Innenhöfen konzipiert, die unterschiedliche Nutzungen ermöglichen sollen. Vorgesehen sind unter anderem Aufenthaltsflächen, Gartenbereiche sowie Spiel- und Begegnungszonen.

Darüber hinaus sind Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen geplant. Alle Wohnungen sollen über Balkone verfügen, ergänzt durch Tiefgaragen für den ruhenden Verkehr. Insgesamt wird ein klimagerechter Baustandard angestrebt.


Mietpreise und Finanzierung

Konkrete Mietpreise stehen noch nicht fest. Erste Einschätzungen deuten jedoch auf etwa 6,50 Euro pro Quadratmeter für öffentlich geförderte Wohnungen und rund 16 Euro pro Quadratmeter für frei finanzierte Einheiten hin. Angaben zu Kaufpreisen für Eigentumswohnungen liegen derzeit noch nicht vor.

Bedeutung für die Stadtentwicklung

Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Transformation des Funkenbergquartiers. Neben den Funkenberghöfen entstehen dort weitere Einrichtungen aus den Bereichen Bildung und Forschung, die künftig mehrere tausend Menschen an den Standort bringen sollen.

Vor diesem Hintergrund soll das neue Wohnquartier nicht nur zusätzlichen Wohnraum schaffen, sondern auch zur Belebung des Stadtteils beitragen und eine stärkere Nutzung über die üblichen Arbeitszeiten hinaus ermöglichen.

Bilder: TOR5 Architekten, Bochum

Quelle: WAZ - „Funkenberghöfe“: Neues Wohnquartier in Herne mit grünen Plätzen und Dachgärten - Paywall