Der Sieger des Architekturwettbewerbs für das Schulzentrum Nord im
Bochumer Stadtteil Gerthe steht fest. Wer das Preisgericht für den
eigenen Entwurf gewinnen konnte, erfuhr die Bochumer Öffentlichkeit am
Freitag, den 23. März 2018, im Technischen Rathaus der Stadt. Mit dem
ersten Preis ehrte die Jury den Neubauentwurf des Essener
Architektenteams Brüning Rein. Die Architekten überzeugten mit einem
zukunftsweisenden, flexiblen und zugleich wirtschaftlichen
Schulzentrum-Neubau und punkteten mit ihrem städtebaulichen
Gesamtkonzept für einen grünen Campus im Stadtteil. Insgesamt elf
Architekturvorschläge für das Schulzentrum des
Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums und der Anne-Frank-Realschule im Bochumer
Norden waren zuvor eingereicht worden. Am 20. März 2018 hatte ein
Preisgericht, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Fachleuten, darunter
Vertreter der Stadt Bochum, der Politik und dem Bereich Schule, über
die Entwürfe entschieden.
Als kraftvolles, langgestrecktes Gebäude habe man das Schulzentrum
entworfen, erklärt Julian Büchter, einer der geschäftsführenden
Gesellschafter des Essener Siegerbüros Brüning Rein. Neben Gymnasium und
Realschule beherbergt das Gebäude auch eine Stadtteilbücherei und das
sogenannte IST, das Innovationszentrum Schule-Technik. „Es ging uns um
eine belastbare, zugleich sehr flexible Gebäudestruktur, die zukünftig
Veränderungen der einzelnen Schulen und ihrer pädagogischen Konzepte
möglich macht“, sagt Büchter und ergänzt: „Im Innern bildet unser
Gebäude eine spannungsvolle Abfolge öffentlicher Plätze und
differenzierter, halböffentlicher Bereiche – bis in die Privatheit der
Schulklassen. Unterschiedliche Orte der Kommunikation schaffen Angebote
zum Verweilen, zur Begegnung und zur Bildung wohltuender Gemeinschaft.“
Als Bau, der den Stadtteil präge, beschreibt Eckart Kröck, Leiter des
Amtes für Stadtplanung, den Essener Entwurf und spricht bereits vom
wichtigsten Gebäude des Stadtteils – einem mutigen Entwurf. Ein
Architekturkonzept, das sich Schülern und Bürgern des Stadtteils
gleichermaßen öffne, bestätigt auch Arndt Brüning, geschäftsführender
Gesellschafter des Preisträgerbüros. „Die angedachte neue Schul- und
Stadtteilbibliothek könnte die Begegnung der Bürger mit den Schulen
fördern“, betont Brüning. „Es gibt Ganztags- und Multifunktionsbereiche,
eine Turnhalle für Sportvereine, einen Bolzplatz und einen ganzen Park,
der auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.“ Dieser großzügige,
grüne Campuspark, wie ihn die die Architekten des Siegerentwurfes
nennen, erntete auch das Lob der Bürger. Durch die Positionierung des
Gebäudekörpers am nördlichen Rand des Grundstückes sei diese große
Freifläche im Süden entstanden, wobei die vorhandene Topografie wie
selbstverständlich in die Erdgeschosszone integriert werde. Sie schaffe
fließende Übergänge zwischen Innenraum und Außenraum, so das
Preisgericht. Das Gebäude erscheine durch die weiß beschichtete und in
Teilen bedruckte Glasfassade als heller, lichter Baukörper. Durch das
Farbenspiel und die Stützen im Erdgeschoss werde zudem eine optische
Verwebung mit dem vorhandenen Baumbestand erreicht, freut sich die Jury.
Nach zuletzt sinkenden Anmeldezahlen an beiden Schulen blickt der
Schulleiter des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums, Michael Braß, nun
optimistisch in die Zukunft. Die Sorge vor Umbau und Sanierungslärm
hatten die Schülerzahlen in der Vergangenheit schrumpfen lassen,
vermutet Braß. Er hoffe nun auf einen Neubau. Dann könne ein Umzug
stattfinden, wenn der Neubau fertig sei. Der Siegerentwurf habe ihn
zudem überzeugt – pädagogisch und menschlich. Eine Art Powerriegel für
den Stadtteil und den Schulstandort. Und auch Martin Stempel, Leiter des
Schulverwaltungsamtes, freut sich auf den geplanten Neubau: Der Tag der
Siegerpräsentation sei ein besonderer Tag für die Bochumer
Bildungslandschaft, den Stadtteil und die Schulen.
Pressemitteilung: Brüning Rein GmbH & Co. KG
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| Bild: Architekten Brüning Büchter |
Update 26.03.2023
Im Bochumer Norden hat der Bau des neuen Schulzentrums begonnen: Am Freitag, 10. März, fand die feierliche Grundsteinlegung des Schulzentrums-Nord in Bochum-Gerthe statt. Zukünftig werden das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium und die Anne-Frank-Realschule in dem Gebäude untergebracht. Auch das Innovationszentrum Schule und Technik (IST) und die Stadtteilbücherei Gerthe bleiben in dem neuen Gebäudekomplex.
Auf 26.000 Quadratmetern wird es Räume für Unterricht und Pause, für Besprechungen und selbstständiges Lernen geben. Im Erdgeschoss sind alle gemeinsamen öffentlichen Funktionen beider Schulen sowie Räume zur Mitnutzung durch die Gerther Bürgerinnen und Bürger einladend über den Schulhof erschlossen. Ein besonderes Merkmal des Gebäudes werden seine ausschwingenden, überwiegend transparenten Fassaden sein.
Das Schulzentrum nimmt aus städtebaulicher Sicht für Gerthe eine wichtige Scharnierfunktion zwischen der Innenstadt und neu zu entwickelnden Wohnbauflächen am Ortsrand ein. Der entstehende Neubau ist ein 198 Meter langer Riegel, der in Stahlbetonmassivbauweise mit insgesamt einem Unter- und vier Obergeschossen errichtet wird. Das Erdgeschoss ist zurückgesetzt und mit einer vorgestellten Stützenreihe versehen. Die Obergeschosse sind durch horizontale Fensterbänder gegliedert, die Brüstungen sind durch mattierte Glasplatten verkleidet.
Das gemeinsame Forum, die Aula beider Schulen, geht in der Gebäudemitte zur Heinrichstraße durch und schafft so einen weiteren straßenseitigen Zugang. Im westlichen Gebäudeflügel befindet sich die Mensa mit dem angrenzenden Kulturraum für Veranstaltungen. Nach Osten schließen die Aufenthaltsräume des Ganztags, der Hauswirtschaft, die internationalen Klassenräume, ein durch die Musikschule mit nutzbarer Musikraum und das LegoEducation-Center an die Aula an. Den östlichen Abschluss im Erdgeschoss bildet die Bücherei Gerthe, die mit angrenzendem Café in die Erdgeschosszone integriert wird. Im Zusammenhang mit dem Ganztagsbereich, dem Lego-Education-Center, der Aula und dem Kulturraum entsteht ein flexibel nutzbarer Bereich, der durch Vereine und für Veranstaltungen mitgenutzt werden kann.
Über dem lichten Erdgeschoss scheinen drei Geschosse mit Klassentrakten auf filigranen Betonstützen, gleichsam eine Fortsetzung der Bäume außen, zu schweben. Sie werden von fünf Treppenkernen erschlossen, wovon zwei Treppenhäuser mit einem Aufzug die barrierefreie Erschließung der Obergeschosse gewährleisten. In den drei Regelgeschossen sind jeweils die Bereiche der Anne-Frank-Realschule im Westen und die des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums im Osten angeordnet. Die hohe Flexibilität des Gebäudes ermöglicht zukünftige Verschiebungen und Umnutzungen innerhalb der bestehenden Strukturen. Durch die fließenden Übergänge kann in Zukunft auf veränderte Schülerzahlen beider Schulen reagiert werden. Die Obergeschosse beherbergen zum großen Teil Klassenräume mit zugehörigen Differenzierungsräumen. Die Schulleitungen von der Anne-Frank-Realschule im Westen und der Heinrich-von-Kleist-Gymnasium im Osten sind an den Kopfseiten des Gebäudes positioniert.
Auf dem extensiv begrünten Flachdach entstehen eine Photovoltaikanlage sowie die zentralen Kälte- und Lüftungsanlagen für das Erdgeschoss und die Mittelzonen der Lernbereiche. Der Rohbau wird im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein. Die Fertigstellung und Übergabe an die Schulen ist für Ende 2025 vorgesehen. Die Kosten liegen bei rund 110 Millionen Euro. Das bestehende Gebäude ist brandschutz- und schadstofftechnisch in so schlechtem Zustand, dass vom Rat der Stadt Bochum beschlossen wurde, den Altbau abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen.
Pressemitteilung: Stadt Bochum
Aktuelle Fotos von der Baustelle | Update 13.05.2023
Update 10.11.2024
Allein die Zahlen beeindrucken: 26.000 Quadratmeter für Unterricht und Pause, Besprechungen und selbstständiges Lernen stehen bald im Neubau für das Schulzentrum Nord zur Verfügung. 5.000 Quadratmeter Fundamentbeton werden verbaut, 11.000 Kubikmeter Stahlbeton für Decken, Wände und Stützen. Eine 6.000 Quadratmeter große Glasfassade entsteht, 320 mehrteilige Fensterelemente werden eingesetzt. Die Bauarbeiten am neuen Schulzentrum für den Bochumer Norden gehen zügig voran. Im März 2023 fand die Grundsteinlegung statt, nun folgte der nächste Meilenstein: Am Donnerstag, 7. November, fand das Richtfest mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern statt.
In dem Neubau werden das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium und die Anne-Frank-Realschule in dem Gebäude untergebracht. Auch das Innovationszentrum Schule und Technik (IST) und die Stadtteilbücherei Gerthe ziehen in den neuen Gebäudekomplex ein. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 vorgesehen, ab Februar 2026 kann das Gebäude genutzt werden.
Auf insgesamt 26.000 Quadratmetern entsteht ein hochmoderner Lernort. Im Erdgeschoss werden alle gemeinsam genutzten öffentlichen Flächen beider Schulen sowie Räume zur Mitnutzung durch die Gerther Bürgerinnen und Bürger erreichbar sein. Sie werden einladend über den Schulhof erschlossen. Ein gemeinsames Forum, die Aula beider Schulen sowie auch die Mensa mit dem angrenzenden Kulturraum für Veranstaltungen werden den modernen Schulkomplex kennzeichnen. Aufenthaltsräume der Ganztagsbetreuung und der Hauswirtschaft, die internationalen Klassenräume sowie ein durch die Musikschule mit nutzbarer Musikraum und das Lego Education-Center werden sich an die Aula anschließen. Den östlichen Abschluss im Erdgeschoss wird die Bücherei Gerthe, die mit einem angrenzenden Café integriert wird, bilden. Insgesamt entsteht so ein flexibel nutzbarer Bereich, der durch Vereine und für Veranstaltungen der Bürgerinnen und Bürger mitgenutzt werden kann.
Auf dem Dach wird eine PV-Anlage installiert. 220 Module werden eine Gesamtfläche von 600 Quadratmetern bedecken. Die prognostizierte Stromerzeugung der Photovoltaikanlage wird 79.000 kWh betragen – damit wird sie den Jahresenergieverbrauch von rund 30 Privathaushalten decken. Die Errichtung der Photovoltaik-Dachanlage wird mit 157.500 Euro zu 90 Prozent aus dem Landesprogramm NRW „progress.nrw – Klimaschutztechnik“ gefördert.
Pressemitteilung: Stadt Bochum - Richtfest für das Schulzentrum Bochum-Nord
Update 16.01.2026
In Bochum-Gerthe entsteht derzeit mit dem Schulzentrum Nord eines der modernsten Schulgebäude der Stadt. Für rund 120 Millionen Euro werden dort das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium und die Anne-Frank-Realschule zusammengeführt, die im Sommer 2026 einziehen sollen. Doch noch bevor der Neubau fertig ist, zeigt sich, dass der Platz nicht für alle Schülerinnen und Schüler ausreichen wird. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen ist höher als ursprünglich angenommen, außerdem haben sich die schulbaulichen Vorgaben seit der Planung verändert. Zwar werden die 2019 beschlossenen 32 Klassenräume für das Gymnasium und 27 für die Realschule wie geplant gebaut, dennoch fehlen zusätzliche Räume.
Um den Unterricht dennoch sicherzustellen, greift die Stadt zu Übergangslösungen. Ein Teil der zusätzlichen Klassen soll vorerst im sogenannten Spanischen Pavillon auf dem Schulgelände untergebracht werden. Langfristig sind weitere Räume im Umfeld einer neuen Dreifachsporthalle vorgesehen, deren Fertigstellung allerdings frühestens für 2032 erwartet wird. Um Platz für die Schulen zu schaffen, muss das zdi-Netzwerk zur Förderung von MINT-Fächern vorübergehend ausgelagert werden.
Fest steht auch, dass das alte Schulgebäude nach dem Umzug abgerissen werden soll. Der Wunsch eines örtlichen Vereins, dort ein Stadtteilmuseum einzurichten, fand im Schulausschuss keine Mehrheit, da ein Erhalt des Gebäudes mit hohen Kosten und großem technischem Aufwand verbunden wäre. Stattdessen soll nun nach einer anderen Lösung im Stadtteil gesucht werden.
Quelle: WAZ - Bochum baut Schulzentrum für 120 Millionen Euro: Es ist schon jetzt zu klein - Paywall
Update 08.07.2026
Schulzentrum Nord in Bochum: Neubau vor Bezug – Abriss des Altbaus und weitere Bauabschnitte folgen
Mit Beginn des Schuljahres 2026/27 wird das neue Schulzentrum Nord im Bochumer Stadtteil Gerthe erstmals vollständig genutzt. Rund 1.500 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 100 Lehrkräfte des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums und der Anne-Frank-Realschule ziehen nach den Sommerferien in den Neubau um. Gleichzeitig beginnt die nächste Phase des Gesamtprojekts: der Rückbau des bisherigen Schulgebäudes.
Abriss des Bestandsgebäudes bis Ende 2027
Der verbliebene Teil des in den 1970er-Jahren errichteten Schulzentrums wird zunächst umfassend schadstoffsaniert und anschließend abgebrochen. Bereits in den Jahren 2021 und 2022 war der nördliche Gebäudeteil entfernt worden, um Platz für den Neubau zu schaffen.
Auf einer Grundfläche von rund 6.700 Quadratmetern werden etwa 65.000 Kubikmeter umbauter Raum zurückgebaut. Nach dem Abriss wird die Baugrube verfüllt. Dafür sollen unter anderem Bodenmassen verwendet werden, die während der Errichtung des Neubaus angefallen und zwischengelagert wurden.
Schadstoffsanierung vor dem Rückbau
Vor Beginn der eigentlichen Abbrucharbeiten müssen verschiedene Schadstoffe fachgerecht entfernt werden. Nach Angaben der Stadt wurden unter anderem Asbest in Bodenbelägen und Fensterdichtungen sowie künstliche Mineralfasern (KMF), PCB-haltige Materialien und Holzschutzmittel nachgewiesen.
Der Rückbau erfolgt in zwei Abschnitten:
- Bis Mitte Februar 2027: Schadstoffsanierung und anschließender Abriss des Ostflügels.
- März bis Ende Juli 2027: Sanierung und Rückbau des Westflügels.
Zum Schutz der Umgebung sind umfangreiche Maßnahmen zur Staubbindung vorgesehen. Neben Wassersprühsystemen an den Abbruchgeräten soll zusätzlich eine Wasserkanone eingesetzt werden.
Weitere Bauprojekte auf dem Schulcampus
Mit dem Abschluss des Abrisses endet die Entwicklung des Schulstandorts noch nicht. Geplant ist der Bau einer neuen Dreifachsporthalle. Parallel wird geprüft, ob unterhalb der Sporthalle ein Lehrschwimmbecken entstehen kann. Eine Machbarkeitsstudie bestätigt die technische Umsetzbarkeit eines solchen Hallenbads.
Die Kosten für die geplanten Sportanlagen stehen derzeit noch nicht fest.
Neubau bereits an Kapazitätsgrenze
Obwohl der Schulneubau erst jetzt seinen Betrieb aufnimmt, reichen die vorhandenen Kapazitäten bereits nicht vollständig aus. Das Gebäude verfügt über 59 Klassenräume, benötigt werden jedoch zusätzliche Unterrichtsflächen.
Übergangsweise sollen deshalb vier Räume im sogenannten „Spanischen Pavillon“ auf dem Schulgelände genutzt werden. Langfristig ist vorgesehen, im Gebäude der neuen Dreifachsporthalle drei weitere Klassenräume zu integrieren.
Investitionsvolumen
Die Gesamtkosten für den Neubau des Schulzentrums einschließlich Außenanlagen und Nebenkosten belaufen sich nach Angaben der Stadt Bochum auf rund 119 Millionen Euro.
Mit dem Neubau entsteht eines der modernsten Schulzentren Bochums. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass die Entwicklung des Standorts über den Schulbezug hinaus fortgesetzt wird. Erst mit dem Abschluss des Abrisses des Altbaus sowie dem Bau der Sportanlagen wird das Gesamtvorhaben vollständig abgeschlossen sein.
Quelle: WAZ - Schulzentrum Nord in Bochum ist fast fertig – doch die Baustelle bleibt - Paywall