Freitag, 21. August 2026

Boecker-Haus Gelsenkirchen: Neubau mit 40 Seniorenwohnungen geplant

Neubau am Gelsenkirchener Hauptbahnhof: Ehemaliges Boecker-Haus wird abgerissen

Gelsenkirchen. Das markante ehemalige Boecker-Haus am Bahnhofsvorplatz in Gelsenkirchen soll verschwinden. An seiner Stelle plant die Wohnungsgesellschaft Sahle Wohnen einen Neubau mit rund 40 seniorengerechten Wohnungen. Im Erdgeschoss sind Flächen für Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Auch ein begrünter Dachbereich und ein Innenhof gehören zum Konzept.

Der ursprünglich für 2025 geplante Baustart verzögert sich allerdings. Unter anderem musste zunächst geklärt werden, was mit dem historischen Bahnhofsfenster an der Fassade des heutigen Gebäudes passiert. Inzwischen steht fest: Das Wahrzeichen wird ausgebaut, restauriert und soll später einen neuen Standort in der Nähe erhalten.

Ehemaliges Boecker-Haus wird durch Neubau ersetzt

Das Gebäude am Bahnhofsvorplatz steht bereits seit Frühjahr 2025 vollständig leer. Zuvor befand sich unter anderem die Eisdiele „Dolce Vita“ in dem Gebäude.

Nun soll das bestehende Haus weichen. Geplant ist ein vollständiger Rückbau bis auf die Kellerdecke. Anschließend soll an gleicher Stelle ein moderner Neubau entstehen.

Die Wohnungsgesellschaft Sahle Wohnen möchte damit einen bisher weitgehend ungenutzten Standort in zentraler Lage neu entwickeln.

Die wichtigsten Projektdaten



StandortBahnhofsvorplatz, Gelsenkirchen
Bestehendes Gebäudeehemaliges Boecker-Haus
Eigentümerin / ProjektentwicklerinSahle Wohnen
Geplante Wohnungenrund 40
ZielgruppeSenioren
Förderungöffentlich geförderter Wohnraum vorgesehen
ErdgeschossEinzelhandel und Gastronomie
AußenbereicheInnenhof und begrünter Dachbereich
Bestehendes GebäudeRückbau bis auf die Kellerdecke
Besonderheithistorisches Bahnhofsfenster
BahnhofsfensterDemontage, Restaurierung und neuer Standort geplant
Ursprünglicher Baustart2. Jahreshälfte 2025
Aktueller StandPlanung / Genehmigung
Baustartderzeit nicht verbindlich festgelegt
Fertigstellungnoch offen

Rund 40 Seniorenwohnungen geplant

Das wichtigste Element des neuen Projekts sind rund 40 seniorengerechte Wohnungen. Die Wohnungen sollen nach den bisherigen Planungen als öffentlich geförderter Wohnraum für Senioren entstehen. Damit soll insbesondere bezahlbarer Wohnraum für ältere Menschen in zentraler Innenstadtlage geschaffen werden.Die zentrale Lage direkt am Gelsenkirchener Hauptbahnhof bietet dabei kurze Wege zu Geschäften, Dienstleistungen, Gastronomie und dem öffentlichen Nahverkehr.

Einzelhandel und Gastronomie im Erdgeschoss

Nicht nur Wohnungen sollen in dem Neubau entstehen. Für das Erdgeschoss sind Flächen für Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Damit soll die Erdgeschosszone wieder stärker zur Belebung des Bahnhofsvorplatzes beitragen.

Auch eine Rückkehr der früher dort ansässigen Eisdiele „Dolce Vita“ ist grundsätzlich denkbar. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung besteht beim Betreiber weiterhin Interesse an einer Rückkehr an den früheren Standort. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist derzeit allerdings noch offen.

Begrünter Dachbereich und Innenhof

Neben Wohnungen und Gewerbeflächen sieht das Konzept auch eine stärkere Begrünung des Grundstücks vor. Geplant sind unter anderem ein begrünter Dachbereich sowie ein Innenhof.

Damit soll auf dem zentral gelegenen Grundstück nicht nur neuer Wohnraum entstehen. Auch Aufenthalts- und Freiflächen spielen bei der geplanten Neubebauung eine Rolle.

Historisches Bahnhofsfenster muss weichen

Eine besondere Herausforderung des Projekts ist das historische Bahnhofsfenster. Das farbige Bleiglasfenster befindet sich heute an der Fassade des ehemaligen Boecker-Hauses. Es stammt aus dem früheren Bahnhofsgebäude und erinnert an die wirtschaftliche Geschichte Gelsenkirchens.

Auf dem Fenster werden unter anderem die traditionellen Wirtschaftszweige der Stadt dargestellt – darunter Bergbau, Glas- und Bekleidungsindustrie sowie Chemie und Stahl. Das Fenster gilt deshalb als bedeutendes Wahrzeichen der Gelsenkirchener Innenstadt.

Bahnhofsfenster wird nicht in den Neubau integriert

Ursprünglich war vorgesehen, das historische Fenster auch in die Fassade des neuen Gebäudes zu integrieren. Von dieser Lösung wurde inzwischen Abstand genommen. Das Bahnhofsfenster soll stattdessen vor dem Abriss des bestehenden Gebäudes demontiert, eingelagert und restauriert werden. Anschließend soll es einen neuen Standort in der Nähe des ehemaligen Boecker-Hauses erhalten. Wo genau das historische Fenster künftig aufgestellt werden soll, steht derzeit noch nicht fest.

Stadt sucht neuen Standort

Die Stadt Gelsenkirchen möchte das historische Element möglichst in unmittelbarer Nähe des bisherigen Standorts erhalten. Die Suche nach einem geeigneten Platz dürfte allerdings Zeit in Anspruch nehmen. Bereits in der Vergangenheit waren verschiedene Standorte diskutiert worden.

Im Gespräch waren unter anderem das Hans-Sachs-Haus, die Achse in Richtung Musiktheater sowie eine mögliche Integration in den neuen Ratssaal. Keine dieser Varianten wurde bisher umgesetzt. Jetzt soll erneut nach einer dauerhaften Lösung gesucht werden.

Aktueller Baufortschritt

Stand August 2026: Noch kein Baubeginn.

Das ehemalige Boecker-Haus steht weiterhin. Der geplante Neubau befindet sich noch in der Vorbereitungs- und Genehmigungsphase.

Die Planungen für den Rückbau und den Neubau sind weitgehend abgeschlossen. Der Antrag auf Wohnraumförderung soll als nächster Schritt eingereicht werden.

Ein Baubeginn im Jahr 2026 ist nach aktuellem Stand nicht mehr zu erwarten.

Vor dem späteren Abriss soll das historische Bahnhofsfenster ausgebaut, eingelagert und restauriert werden. Für das Fenster muss anschließend ein neuer Standort in der Nähe des bisherigen Gebäudes gefunden werden.



Quellen: WAZ Gelsenkirchen, 19.08.2026; Sahle Wohnen; Stadt Gelsenkirchen.

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