Freitag, 22. Mai 2026

Essen - Ruhrturm: Umbau, Wohnungen, Rooftop-Bar und aktuelle Pläne

Ruhrturm Essen: Umbau zum modernen Mixed-Use-Komplex mit Wohnungen, Hotel und Rooftop-Bar

Essen-Huttrop. Der Ruhrturm an der Huttroper Straße/Ruhrallee steht vor einer umfassenden Neuausrichtung. Das markante Hochhaus soll in den kommenden Jahren von einem überwiegend gewerblich genutzten Gebäude zu einem modernen Mixed-Use-Komplex umgebaut werden.

Geplant sind unter anderem Wohnungen und Micro-Apartments, ein Hotel, Gastronomie, eine Rooftop-Bar, Gesundheitsangebote, eine Kindertagesstätte sowie Büro- und Konferenzflächen. Auch die Fassade soll umfassend modernisiert werden.

Neuer Eigentümer des Ruhrturms ist die P-Touch-Gruppe, ein international tätiges Family Office und Projektentwickler. Nach der Insolvenz der früheren Eigentümerin Fakt AG war das Gebäude verkauft worden.

Bild: WAZ / P-Touch Group


Ruhrturm Essen – die wichtigsten Fakten



ProjektRevitalisierung Ruhrturm
StandortHuttroper Straße / Ruhrallee, Essen-Huttrop
GebäudeHochhaus
Baujahr1970er Jahre
Höheca. 60–67 m
Etagen16
Flächemehr als 40.000 m²
Früherer EigentümerFakt AG
Neuer EigentümerP-Touch-Gruppe
KonzeptMixed-Use / gemischte Nutzung
Geplante NutzungenWohnen, Hotel, Gastronomie, Gesundheit, Büro, Kita
BesonderheitRooftop-Bar und begrünte Dachflächen
ProjektzielRevitalisierung statt Abriss

Aktueller Stand des Projekts

Der Ruhrturm soll nicht abgerissen werden. Stattdessen setzen die neuen Eigentümer auf eine umfassende Revitalisierung des bestehenden Hochhauses.

Die vorhandene Gebäudestruktur soll weitgehend erhalten und technisch sowie energetisch modernisiert werden. Vorgesehen sind unter anderem eine neue Gebäudetechnik, Anpassungen an aktuelle Brandschutzanforderungen sowie eine umfassende Neugestaltung der Fassade.

Das bisher eher monolithisch wirkende Erscheinungsbild des Hochhauses soll dadurch deutlich moderner und hochwertiger werden.

Ein konkreter Fertigstellungstermin für den gesamten Umbau steht derzeit noch nicht fest.

Vom Bürohochhaus zur „vertikalen Stadt“

Mit dem neuen Nutzungskonzept soll der Ruhrturm deutlich stärker durchmischt werden. Arbeiten, Wohnen, Übernachten, Gastronomie, Freizeit und medizinische Versorgung sollen künftig unter einem Dach zusammenkommen.

Die Planungen umfassen unter anderem:

  • Wohnungen und Micro-Apartments
  • Apartments für Studierende und Auszubildende
  • Wohnungen für Berufstätige und Langzeitgäste
  • ein Boarding-House
  • ein bestehendes Hotel mit rund 130 Zimmern
  • Gastronomie
  • Restaurant und Außenbereiche
  • eine Rooftop-Bar
  • Event- und Konferenzflächen
  • Fitnessangebote
  • ein medizinisches Versorgungszentrum
  • Tagespflege
  • eine Senioren-WG
  • eine Kindertagesstätte

Damit soll aus dem früheren Bürohochhaus ein vielseitig genutzter Gebäudekomplex entstehen.

Rooftop-Bar und begrünte Dachflächen

Eine besondere Rolle spielen die bislang wenig genutzten Dachflächen des Ruhrturms.

Auf den oberen Ebenen ist eine Rooftop-Bar mit Blick über Essen und das Ruhrgebiet geplant. Weitere Dachflächen sollen begrünt und als Aufenthaltsbereiche genutzt werden.

Auch für die geplante Kindertagesstätte sind Spielflächen auf dem Dach vorgesehen.

Damit sollen Bereiche des Hochhauses, die bislang vor allem technische oder funktionale Aufgaben hatten, zu zusätzlichen Aufenthalts- und Freizeitflächen werden.

Bilder: WAZ / P-Touch Group

Kein klassischer Supermarkt

Ursprünglich war auch ein größerer Supermarkt als Bestandteil des neuen Nutzungskonzepts vorgesehen. Diese Planung wurde inzwischen verworfen.

Stattdessen soll eine kleinere Nahversorgung entstehen. Geplant sind unter anderem ein Kiosk, ein DHL-Shop und saisonale Verkaufsstände.

Damit soll die Versorgung der Nutzer und Besucher des Ruhrturms verbessert werden, ohne eine große klassische Einzelhandelsfläche in das Gebäude zu integrieren.

Hotel bleibt erhalten

Das bereits vorhandene Hotel soll auch nach der Revitalisierung Bestandteil des Ruhrturms bleiben.

Die Hotelnutzung wird damit mit den neuen Wohn-, Gastronomie- und Gesundheitsangeboten kombiniert.

Auch Büroflächen sollen weiterhin vorhanden sein. Ihr Umfang soll allerdings reduziert werden, da sich die Anforderungen an Büroimmobilien in den vergangenen Jahren verändert haben.

Revitalisierung statt Abriss

Der Ruhrturm ist ein Beispiel für die zunehmende Umnutzung älterer Bürohochhäuser.

Statt das Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, soll die bestehende Bausubstanz weiter genutzt werden. Die Grundstruktur des Hochhauses wird dabei erhalten, während Technik, Energieeffizienz, Brandschutz und Gestaltung an heutige Anforderungen angepasst werden.

Für die Stadtentwicklung bietet die Umnutzung mehrere Vorteile. Bereits vorhandene Gebäudestrukturen können weiter genutzt werden, während gleichzeitig neue Wohnungen, Arbeitsplätze und Dienstleistungen entstehen.


Die Geschichte des Ruhrturms

1970er Jahre – Bau als Ruhrgas-Zentrale

Der Ruhrturm wurde in den 1970er Jahren als Unternehmenszentrale der Ruhrgas AG errichtet.

Das Hochhaus verfügt über 16 Etagen und mehr als 40.000 Quadratmeter Fläche und gehört seit Jahrzehnten zu den markanten Gebäuden im Essener Stadtbild.

2011 – Übernahme durch die Fakt AG

2011 wurde der Ruhrturm von der Fakt AG übernommen.

Das Unternehmen entwickelte verschiedene Konzepte, um die Nutzung des Hochhauses breiter aufzustellen. Neben Büros waren unter anderem ein Hotel, ein Tagungszentrum und ein Coworking-Angebot vorgesehen. Zeitweise waren weitere Nutzungen wie eine Schönheitsklinik Bestandteil des Gebäudekomplexes.

2022 – Insolvenz der Fakt AG

Mit der Insolvenz der Fakt AG im Jahr 2022 geriet auch die Zukunft des Ruhrturms unter neue Vorzeichen.

Die Finanzierung des Gebäudes wurde zunächst durch die Gläubiger abgesichert. Anschließend konnte der Verkauf des Hochhauses vorbereitet werden.

2025 – Verkauf an die P-Touch-Gruppe

Der Ruhrturm wurde schließlich an die P-Touch-Gruppe verkauft.

Der neue Eigentümer verfolgt ein umfassendes Revitalisierungskonzept. Statt den Turm weiterhin hauptsächlich als Bürogebäude zu nutzen, soll ein gemischter Gebäudekomplex entstehen.

2026 – Pläne für die Revitalisierung

Im Jahr 2026 wurden die konkreteren Pläne für den Umbau bekannt. Das Konzept reicht von Wohnen und Hotel über Gastronomie und Gesundheitsangebote bis hin zu einer Kindertagesstätte und neuen Dachnutzungen.

Besonders die geplante Rooftop-Bar und die begrünten Dachflächen sollen dem Ruhrturm neue Aufenthaltsqualitäten verleihen.

Bedeutung für Essen

Mit seiner zentralen Lage an der Ruhrallee und seiner markanten Höhe ist der Ruhrturm ein prägendes Gebäude im Essener Stadtbild.

Die geplante Umwandlung könnte dem Standort eine neue Funktion geben. Statt eines klassischen Bürohochhauses soll ein Gebäude entstehen, das über einen Großteil des Tages von unterschiedlichen Nutzergruppen belebt wird.

Das Konzept entspricht damit dem aktuellen Trend zur Nutzungsmischung und Revitalisierung von Bestandsgebäuden.

Gerade ehemalige Bürohochhäuser stehen in vielen Städten vor ähnlichen Herausforderungen. Durch neue Wohn-, Freizeit- und Versorgungsangebote können solche Gebäude langfristig an veränderte Anforderungen angepasst werden.


Quellen

  • WAZ – „Ruhrturm ist verkauft: Der neue Eigentümer hat große Pläne“
  • WAZ – „Rooftop-Bar, aber kein Supermarkt: Das sind die Pläne für den Ruhrturm in Essen“
  • P-Touch Group – Informationen zur geplanten Revitalisierung

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