Montag, 23. Februar 2026

Essen - Neubau Verwaltungscampus "Bernestraße" - In Planung

Neuer Verwaltungscampus in Essen: Sachstand, Planung und Perspektiven

Am östlichen Rand der Innenstadt von Essen entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Hauptbades an der Bernestraße ein neuer Verwaltungscampus. Nachdem die Pläne für ein 60 Meter hohes „Bürgerrathaus“ im Jahr 2022 aus Kostengründen aufgegeben wurden, setzt die Stadt nun auf eine schrittweise Entwicklung mit mehreren Bauabschnitten

Standort und städtebaulicher Kontext

Das rund 9.000 Quadratmeter große Grundstück liegt zwischen Bernestraße, Varnhorststraße und Steeler Straße, in unmittelbarer Nähe zur Alte Synagoge. Ziel ist es, das Areal städtebaulich neu zu ordnen und den östlichen Innenstadtrand aufzuwerten.

Der erste Baukörper soll sich zur Innenstadt öffnen und einen öffentlich zugänglichen Vorplatz erhalten. Eine großzügige Treppenanlage ist als verbindendes Element zwischen Stadtraum und Gebäude geplant. Gleichzeitig wird laut Jury auf einen angemessenen Abstand zu benachbarten Bestandsgebäuden geachtet.

Bild: fore+ut / PBA Architekten

Siegerentwurf und architektonisches Konzept

Den Zuschlag erhielt das Büro
PBA Peter Bastian Architekten.

Der Entwurf sieht einen siebengeschossigen Baukörper mit Glasfassade vor, ergänzt durch weitere Geschosse entlang der Varnhorststraße. Ein Dachgarten bildet einen gestalterischen Akzent. Das Konzept ermöglicht eine abschnittsweise Realisierung, sodass zunächst nur ein Teil des Gesamtareals bebaut wird.

Das Preisgericht bewertete insbesondere die Umsetzbarkeit des ersten Bauabschnitts als eigenständig funktionierenden „Solitär“ positiv.


Nutzung und Funktion

Im ersten Bauabschnitt sollen Polizei und Ordnungsamt eine gemeinsame Adresse erhalten. Beide Einrichtungen werden die Flächen zu gleichen Teilen nutzen. Vorgesehen ist eine langfristige Nutzung durch die Polizei über mindestens 35 Jahre. Die bisherige Innenstadtwache am III. Hagen soll aufgegeben werden.

Die gemeinsame Unterbringung wird von der Stadt als Beitrag zu einer engeren „Sicherheitspartnerschaft“ verstanden.


Zeitplan und Kosten

Der weitere Ablauf ist wie folgt geplant:

  • Planungsbeschluss durch den Rat: vorgesehen im Jahr 2026

  • Baubeschluss: geplant für 2027

  • Fertigstellung des ersten Bauabschnitts: angestrebt bis 2030

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt werden aktuell mit rund 55 Millionen Euro veranschlagt.


Weitere Entwicklung des Areals

Für einen zweiten Bauabschnitt entlang der Steeler Straße sieht der Siegerentwurf einen vier- bis sechsgeschossigen Baukörper vor. Die konkrete Nutzung ist noch offen. Diskutiert werden unter anderem studentisches Wohnen oder altengerechte Wohnformen. Eine Entscheidung hängt vom künftigen Bedarf und der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Langfristig soll das Projekt zur städtebaulichen Neuordnung des Quartiers beitragen und den östlichen Innenstadteingang gestalterisch aufwerten.

Bild: fore+ut / PBA Architekten

Fazit

Mit dem Verwaltungscampus verfolgt die Stadt Essen einen pragmatischeren Ansatz als beim ursprünglich geplanten Hochhausprojekt. Statt eines zentralen Großbaus setzt man auf eine modulare, schrittweise Entwicklung. Der erste Bauabschnitt soll bis 2030 realisiert werden und Polizei sowie Ordnungsamt an einem neuen Standort bündeln.

Ob und in welchem Umfang die weiteren Bauabschnitte umgesetzt werden, wird maßgeblich von finanziellen Rahmenbedingungen und dem zukünftigen Flächenbedarf abhängen.


Quelle: WAZ - So soll der neue Verwaltungs-Campus am Rande der Essener Innenstadt aussehen - hinter Paywall

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