Haus der Musik in Bochum: Vom „hässlichen Entlein“ zum kulturellen Herzstück
Mitten in der Bochumer Innenstadt entsteht ein Projekt, das das Gesicht des Marienplatzes nachhaltig verändern soll: Das ehemalige Landesbehördenhaus wird zum Haus der Musik umgebaut. Gemeinsam mit dem benachbarten Anneliese Brost Musikforum Ruhr soll hier bis 2028 ein neues kulturelles Zentrum entstehen.
Ein Gebäude mit Geschichte – und Zukunft
Das viergeschossige Gebäude am Marienplatz diente bis 2017 als Sitz des Arbeitsgerichts. 2018 kaufte die Stadt Bochum die Immobilie vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Schon damals war klar: Das Haus braucht eine grundlegende Modernisierung.
Inzwischen ist das Gebäude vollständig entkernt. Die Schadstoffsanierung – darunter Asbest, PCB und PAK, typische Altlasten aus den 1960er- und 70er-Jahren – ist abgeschlossen. Große Teile des Innenlebens wurden entfernt. Der eigentliche Umbau kann beginnen.
Ab Mitte März startet die Baustelleneinrichtung rund um Marienplatz und Humboldtstraße. Anschließend folgen die Rohbauarbeiten. Ein erster sichtbarer Schritt: Die Parkdecke im Innenhof wird abgerissen, um Platz für eine neue Tiefgarage und einen Neubau zu schaffen.
Sparmaßnahmen verändern die Pläne
Ursprünglich wurde der Umbau mit rund 6,6 Millionen Euro kalkuliert. Später stiegen die veranschlagten Kosten auf fast 30 Millionen Euro. Da Fördermittel in Höhe von über sechs Millionen Euro nicht bewilligt wurden, musste die Stadt Einsparungen vornehmen.
Das hat konkrete Folgen für die Architektur:
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Die Dachhaut wird nicht vollständig saniert
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Die Fenster bleiben erhalten
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Die geplante Glasfuge, die der Fassade eine moderne, transparente Optik verleihen sollte, entfällt
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Die Fassade zur Humboldtstraße wird lediglich optisch überarbeitet
Trotz dieser Anpassungen soll das Gebäudeensemble am Ende ein repräsentatives Aushängeschild für die Musik in Bochum werden.
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| Bild: dreibund architekten |
Ein neues Zuhause für 11.000 Musikschüler
Mitte 2028 soll das Haus der Musik eröffnet werden. Dann zieht die Musikschule Bochum vom Westring an den Marienplatz. Rund 11.000 Musikschülerinnen und -schüler erhalten hier moderne Unterrichts- und Probenräume – in direkter Nachbarschaft zum Musikforum.
Die Vision: ein lebendiges Zentrum für musikalische Bildung, Konzerte und kulturellen Austausch im Herzen der Stadt.
Belastungen für die Nachbarschaft
Wo gebaut wird, entstehen jedoch auch Belastungen. Anwohner berichten von starkem Lärm und Staub im vergangenen Sommer. Insbesondere das Entsorgen von Baumaterial in Container sorgte für erhebliche Geräuschentwicklung. Neben der baulichen Entwicklung wünschen sich viele Nachbarn künftig eine transparentere Kommunikation über Bauphasen und Maßnahmen. Hier steht die Stadt vor der Aufgabe, Informationsfluss und Bürgerdialog zu verbessern.
Stadtentwicklung mit Signalwirkung
Mit dem Haus der Musik setzt Bochum ein deutliches Zeichen für kulturelle Bildung und die Aufwertung der Innenstadt. Aus einem lange als unansehnlich geltenden Gebäude soll eine architektonische Perle werden. Wenn alles nach Plan läuft, wird der Marienplatz 2028 nicht nur baulich, sondern auch kulturell in einem neuen Licht erscheinen – als lebendiger Treffpunkt für Musik, Begegnung und städtisches Leben.
Quelle: WAZ - Nach Staub und Lärm im Vorjahr: So geht es beim Haus der Musik in Bochum weiter - hinter Paywall

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