Die Stadtgalerie Datteln steht vor der größten baulichen Veränderung seit ihrer Eröffnung. Mit einer umfassenden Revitalisierung soll das Einkaufszentrum nicht nur optisch modernisiert, sondern auch funktional, energetisch und städtebaulich neu ausgerichtet werden. Ziel ist es, den Standort langfristig als Nahversorgungs- und Einkaufszentrum zu sichern und gleichzeitig die Verbindung zur Dattelner Innenstadt zu stärken. Nach mehreren Jahren der Planung und einigen Verzögerungen liegt inzwischen die Baugenehmigung vor.
Ausgangssituation
Die heutige Stadtgalerie befindet sich am Neumarkt im Herzen der Dattelner Innenstadt. Das Gebäude entstand durch den Umbau des ehemaligen Hertie- beziehungsweise Karstadt-Warenhauses und wurde 2011 als Einkaufszentrum eröffnet. Zu den bekannten Mietern gehören unter anderem C&A, dm, Deichmann und TEDi.
Mit der Schließung des REWE-Marktes im Jahr 2021 verlor das Center jedoch seinen wichtigsten Lebensmittelanbieter. Gleichzeitig führten die allgemeinen Veränderungen im Einzelhandel sowie zunehmende Leerstände dazu, dass eine grundlegende Neuausrichtung des Centers erforderlich wurde. Bereits 2023 stellte der Eigentümer Greenman OPEN gemeinsam mit dem Immobilienmanagement GFORM erste Pläne für eine umfassende Revitalisierung vor.
Das Revitalisierungskonzept
Anstatt das Gebäude abzureißen, setzt der Eigentümer bewusst auf den Erhalt der vorhandenen Bausubstanz. Damit folgt das Projekt einem aktuellen Trend im Städtebau, bei dem bestehende Gebäude nachhaltig weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst werden.
Die Planungen stammen vom Architekturbüro Rathke Architekten BDA aus Wuppertal. Die bauliche Umsetzung wird von White Bird, einer Tochtergesellschaft der Greenman-Gruppe, koordiniert. Ziel ist es, die Stadtgalerie sowohl gestalterisch als auch funktional deutlich aufzuwerten.
Geplant sind unter anderem:
- vollständige Modernisierung der Innenbereiche
- Neuordnung der Ladenflächen
- Schaffung klarer Hauptwege innerhalb des Centers
- zusätzliche Eingänge und bessere Anbindung an die Innenstadt
- Neugestaltung der Westfassade
- Fassadenbegrünung
- Installation einer Photovoltaikanlage
- Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge
- moderne Gebäude- und Energiesteuerung mit intelligenter Sensorik
- Neuorganisation der Tiefgarage, des Parkdecks und der Anlieferung
- energetische Sanierung nach den Kriterien einer DGNB-Gold-Zertifizierung.
Kaufland wird neuer Ankermieter
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Ansiedlung eines neuen Lebensmittelmarktes. Diese Rolle übernimmt künftig Kaufland.
Das Unternehmen wird rund 5.000 Quadratmeter Verkaufsfläche im Erdgeschoss sowie weitere Flächen im Obergeschoss beziehen. Dadurch steigt der Anteil der Lebensmittelnutzung innerhalb des Centers von bislang rund 23 Prozent auf etwa 55 Prozent der gesamten Mietfläche.
Mit dieser Neuausrichtung soll die Stadtgalerie künftig deutlich stärker als Nahversorgungszentrum für Datteln und das Umland positioniert werden. Gleichzeitig soll der neue Ankermieter zusätzliche Besucherfrequenz für die übrigen Geschäfte erzeugen.
Nachhaltigkeit als wichtiger Bestandteil
Ein Schwerpunkt der Revitalisierung liegt auf einer möglichst nachhaltigen Modernisierung.
Da die bestehende Gebäudestruktur weitgehend erhalten bleibt, können erhebliche Mengen an Baumaterial und CO₂ eingespart werden. Ergänzend werden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um den Betrieb des Centers energieeffizienter zu gestalten.
Dazu gehören unter anderem:
- Photovoltaikanlage auf dem Dach
- energieeffiziente Gebäudetechnik
- intelligente Sensorik zur Überwachung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen
- Fassadenbegrünung
- E-Ladestationen
- DGNB-Gold-Zertifizierung als Nachhaltigkeitsziel.
Bedeutung für die Innenstadt
Die Revitalisierung soll nicht nur das Einkaufszentrum selbst stärken, sondern auch positive Impulse für die gesamte Dattelner Innenstadt setzen.
Durch neue Eingänge, offenere Fassaden und verbesserte Sichtbeziehungen wird das bislang eher abgeschlossene Gebäude stärker mit dem öffentlichen Raum verknüpft. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und Besucherströme besser zwischen Einkaufszentrum und Fußgängerzone zu lenken.
Gerade für mittelgroße Innenstädte gelten solche Revitalisierungen als wichtiger Baustein, um den stationären Einzelhandel langfristig wettbewerbsfähig zu halten.
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| Bilder: Architekturbüro Rathke Architekten BDA |
Zeitplan
Die Planungen wurden im September 2023 erstmals öffentlich vorgestellt. Ursprünglich war ein Baustart bereits im Jahr 2024 vorgesehen. Vertragsverhandlungen mit dem neuen Ankermieter sowie die Genehmigungsphase führten jedoch zu mehreren Verschiebungen.
Im April 2025 wurde schließlich die Baugenehmigung erteilt. Die Bauzeit wird mit etwa zwölf bis vierzehn Monaten angegeben und soll voraussichtlich Ende 2026 beginnen. Nach aktuellem Stand soll die modernisierte Stadtgalerie im Jahr 2028 eröffnen.
Fazit
Mit der Revitalisierung der Stadtgalerie erhält Datteln eines der bedeutendsten Innenstadtprojekte der vergangenen Jahre. Statt eines Abrisses setzt der Eigentümer auf die nachhaltige Modernisierung der bestehenden Immobilie und kombiniert diese mit einer grundlegenden funktionalen Neuausrichtung.
Der neue Ankermieter Kaufland, die umfassende energetische Sanierung sowie die stärkere Öffnung des Gebäudes zur Innenstadt sollen die Attraktivität des Standorts langfristig sichern. Gelingt die Umsetzung wie geplant, könnte die Stadtgalerie künftig wieder eine zentrale Rolle für Einkauf, Nahversorgung und Aufenthaltsqualität in der Dattelner Innenstadt übernehmen.


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