Sonntag, 11. Januar 2026

Dortmund - Kokereipark an der Kokerei Hansa - Zukunftsgarten IGA 2027 - In Bau

Zur Internationalen Gartenschau Metropole Ruhr 2027 entsteht im Dortmunder Westen rund um die Kokerei Hansa einer der zentralen Zukunftsgärten der IGA. Auf einer Fläche von rund 46 Hektar wird ein dauerhaft nutzbarer Landschafts-, Freizeit- und Erholungsraum geschaffen, der Industriekultur, Grünflächen, Bewegung und neue Wegebeziehungen miteinander verbindet. Das Gelände soll nicht nur während der Gartenschau, sondern langfristig als öffentlicher Park für die Stadtgesellschaft erhalten bleiben.

Kern des Projekts ist der neu entstehende Kokereipark auf dem nördlichen Freigelände der denkmalgeschützten Kokerei Hansa. Gestalterischer und funktionaler Mittelpunkt dieses Parks wird die Erlebnis- und Spielskulptur „Wolke“. Sie besteht aus sieben ineinander verschränkten Stahlringen mit Durchmessern von bis zu etwa 27 Metern und ist mit Kletternetzen begehbar. Die Skulptur greift die Industriegeschichte des Standorts auf: Während des aktiven Betriebs der Kokerei waren die aufsteigenden Dampfwolken der Kühltürme weithin sichtbar. Dieses prägende Bild soll in abstrakter Form neu interpretiert und körperlich erlebbar gemacht werden. Die „Wolke“ ist damit sowohl Spielobjekt als auch Landmarke und knüpft an bekannte Beispiele der Haldenkunst im Ruhrgebiet an.

Ebenfalls Teil des Kokereiparks ist ein Bewegungsgarten, der sportliche Angebote für unterschiedliche Altersgruppen bündelt. Vorgesehen sind unter anderem Flächen für Fußball und Basketball, Outdoor-Fitnessgeräte, Parkour-Elemente sowie eine Pumptrack-Anlage. Die einzelnen Sportbereiche sind wie Inseln um eine zentrale Rasenfläche angeordnet, ergänzt durch Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsbereiche für Zuschauerinnen und Zuschauer. Ziel ist es, Bewegung, Begegnung und Aufenthalt gleichermaßen zu ermöglichen.

Ein zentrales infrastrukturelles Element des Projekts ist die neue Fuß- und Radwegbrücke „Haldensprung“. Die rund 160 Meter lange Stahlbrücke überspannt mehrere Gleisanlagen und verbindet den Kokereipark erstmals direkt mit dem Deusenberg. Damit entsteht eine neue Ost-West-Verbindung für den Umweltverbund und eine deutlich verbesserte Erreichbarkeit des bislang vergleichsweise schwer zugänglichen Naherholungsgebiets.

Der Deusenberg, eine bis Anfang der 1990er-Jahre genutzte Deponie, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer begrünten Halde und einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Im Zuge der IGA wird er weiter aufgewertet. Geplant sind neue Wege, Rampen und eine Himmelstreppe, die insbesondere von Westen aus einen direkteren Aufstieg ermöglicht. Entlang des Weges zur Kuppe entstehen Aussichtsplattformen, auf denen auch zwei groß dimensionierte Himmelsschaukeln installiert werden. Von der Spitze aus eröffnet sich ein weiter Panoramablick über Dortmund und das nördliche Ruhrgebiet.

Neben Park, Brücke und Halde wird auch die Kokerei Hansa selbst stärker in Wert gesetzt. Als bedeutendes Industriedenkmal bleibt sie zentraler Bestandteil des Zukunftsgartens. Historische Hallen und Freiräume werden für Ausstellungen, Veranstaltungen und gärtnerische Präsentationen genutzt. Während der IGA 2027 finden dort internationale Hallenschauen und thematische Garteninszenierungen statt. Nach Ende der Gartenschau sollen viele Nutzungen in angepasster Form fortgeführt werden.

Die Bauarbeiten für zentrale Elemente wie den Kokereipark, die „Wolke“, den Bewegungsgarten und die Brücke haben 2024 begonnen. Die wesentlichen baulichen Maßnahmen sollen bis Ende 2025 abgeschlossen sein, damit das Gelände rechtzeitig für die Gartenschau vorbereitet werden kann. Die Finanzierung gilt als gesichert: Neben städtischen Eigenmitteln fließen erhebliche Fördergelder aus der Städtebauförderung sowie vom Land Nordrhein-Westfalen. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen für den Dortmunder Zukunftsgarten auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Mit dem Zukunftsgarten Dortmund verfolgt die Stadt das Ziel, einen großen zusammenhängenden Grün- und Freizeitraum im Westen der Stadt zu schaffen, Industriekultur zeitgemäß weiterzuentwickeln und die Lebens- und Aufenthaltsqualität nachhaltig zu verbessern. Die IGA 2027 dient dabei als Impulsgeber, das Projekt ist jedoch ausdrücklich auf eine dauerhafte Nutzung über die Gartenschau hinaus angelegt.


Quelle: WAZ - Begehbare Wolke: Neues Highlight entsteht in Dortmund 



Bilder: bbz

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