Buerscher Waldbogen in Gelsenkirchen: Aus ehemaliger Kinderklinik entsteht modernes Wohnquartier
Gelsenkirchen-Buer/Resse. Wo früher die Gelsenkirchener Kinderklinik stand, ist in den vergangenen Jahren ein neues Wohnquartier entstanden. Der Buersche Waldbogen zählt inzwischen zu den größten und erfolgreichsten Wohnbauprojekten im Gelsenkirchener Stadtnorden.
Rund zehn Jahre nach Beginn der Vermarktung ist das Quartier nahezu vollständig bebaut. Rund 800 Menschen leben mittlerweile in dem neuen Stadtviertel. Das ehemalige Klinikgelände wurde dabei grundlegend neu entwickelt. Statt Krankenhausgebäuden prägen heute Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Mehrfamilienhäuser, Grünflächen und Spielbereiche das Gebiet.
Vom Klinikgelände zum neuen Wohnquartier
Die Geschichte des Buerschen Waldbogens reicht bis in die Zeit der ehemaligen Gelsenkirchener Kinderklinik zurück. Bis 2007 befand sich die Kinderklinik auf dem Gelände. Nach dem Umzug an den heutigen Standort neben dem Knappschaftskrankenhaus wurden die früheren Klinikgebäude abgerissen.
Damit wurde eine große innerstädtische beziehungsweise innenstadtnahe Fläche für eine neue Nutzung frei.Im Jahr 2012 beschloss der Rat der Stadt Gelsenkirchen den Bebauungsplan für das Areal.
Vier Jahre später begann die Vermarktung der Grundstücke durch die Stadterneuerungsgesellschaft Gelsenkirchen (SEG). Die vollständige Erschließung des Geländes übernahm NRW.URBAN. Aus dem ehemaligen Klinikstandort sollte ein modernes Wohnquartier mit viel Grün und einer hohen Aufenthaltsqualität entstehen.
Das Projekt im Überblick
| Projektname | Buerscher Waldbogen |
| Ort | Gelsenkirchen-Resse/Buer |
| Standort | ehemaliges Gelände der Kinderklinik |
| Gesamtfläche | ca. 22 Hektar |
| Projektentwicklung | SEG Stadterneuerungsgesellschaft Gelsenkirchen |
| Erschließung | NRW.URBAN |
| Freistehende Einfamilienhäuser | ca. 170 |
| Doppelhaushälften | 28 |
| Mehrfamilienhäuser | 7 |
| Bewohner | ca. 800 |
| Besonderheiten | Waldspielplatz, Grünflächen, Quartiersentwicklung |
| Energiestandard | hohe energetische Anforderungen |
| Photovoltaik | vorgesehen/umgesetzt |
| SEG-Investitionen | ca. 22 Mio. Euro |
| Grundstückseinnahmen | ca. 35,7 Mio. Euro |
| Überschuss | ca. 13,7 Mio. Euro |
| Projektstatus | Nahezu fertiggestellt |
Rund 22 Hektar großes Areal
Das heutige Quartier umfasst rund 22 Hektar. Die ursprünglichen Planungen sahen eine Mischung verschiedener Wohnformen vor. Dadurch sollte kein einheitliches Neubaugebiet entstehen, sondern ein möglichst vielfältiges Wohnquartier.
Heute finden sich dort unter anderem:
- rund 170 freistehende Einfamilienhäuser
- 28 Doppelhaushälften
- 7 Mehrfamilienhäuser
- großzügige Grün- und Freiflächen
- ein großer Waldspielplatz
- weitere Aufenthaltsbereiche
Die Mischung aus unterschiedlichen Gebäudetypen sorgt für eine vielfältige Bewohnerstruktur.
Bonava plante 28 Eigenheime
Bereits im Oktober 2017 begann der Projektentwickler Bonava mit dem Verkauf eines eigenen Bauabschnitts. Auf einem rund 6.900 Quadratmeter großen Grundstück sollten damals insgesamt 28 Eigenheime entstehen:
22 Doppelhaushälften und sechs Reihenhäuser.
Die Häuser waren mit vier oder fünf Zimmern und einer Wohn-/Nutzfläche von etwa 164 bis 183 Quadratmetern inklusive Kellergeschoss und Dachterrasse geplant. Die Grundstücke einschließlich Garten, Garage und zweitem Stellplatz waren zwischen etwa 130 und 385 Quadratmetern groß.
Die damaligen Verkaufspreise begannen bei rund 399.000 Euro. Geplant war außerdem ein zentraler Quartiersplatz mit Spielmöglichkeiten, der als Treffpunkt für die Bewohner dienen sollte.
Das Wohngebiet ist heute fast vollständig bebaut
Die Entwicklung ging anschließend über die einzelnen Bauabschnitte hinaus. Heute ist der Buersche Waldbogen nahezu vollständig bebaut. Nur noch wenige Grundstücke sind verfügbar. Nach aktuellem Stand befinden sich noch etwa vier Bauplätze für Einfamilienhäuser sowie einzelne Wohnungen in den noch entstehenden Mehrfamilienhäusern in Bau beziehungsweise Vermarktung. Damit nähert sich die Entwicklung des ehemaligen Klinikareals ihrem Abschluss.
Rund 800 Menschen leben inzwischen hier
Eine der auffälligsten Entwicklungen zeigt sich bei der Einwohnerzahl. Inzwischen leben schätzungsweise rund 800 Menschen im Buerschen Waldbogen. Das Neubaugebiet hat dabei nicht nur Einwohner innerhalb Gelsenkirchens bewegt. Rund 35 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sollen aus anderen Städten nach Gelsenkirchen gezogen sein.
Damit trägt das Quartier auch zur Gewinnung neuer Einwohner für Gelsenkirchen bei. Gerade angesichts der Bevölkerungsentwicklung der Stadt ist dieser Effekt für die Stadtentwicklung interessant.
Viel Grün statt dicht bebauter Siedlung
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts war von Anfang an die Verbindung von Wohnen und Natur. Der Name „Buerscher Waldbogen“ kommt dabei nicht von ungefähr. Das Quartier wurde mit großzügigen Grünbereichen geplant. Dazu kommen Spielmöglichkeiten und Freiflächen.
Ein großer Waldspielplatz bildet einen wichtigen Bestandteil des familienfreundlichen Konzepts. Die Wohnstraßen und Freiflächen sollen nicht nur der Erschließung dienen, sondern gleichzeitig Aufenthaltsqualität schaffen.
Nachhaltiges Energiekonzept
Auch energetisch wurden für die Bebauung vergleichsweise hohe Anforderungen formuliert. Für die Gebäude galten anspruchsvolle energetische Vorgaben.
Dazu gehörten unter anderem:
- KfW-Förderstandard als Mindestanforderung
- energieeffiziente Gebäude
- Photovoltaikanlagen auf den Dächern
- ein besonders energiesparendes Wärmekonzept
Das Quartier sollte beim Wärmeverbrauch möglichst geringe Emissionen verursachen. Damit wurde bereits bei der Entwicklung des Baugebiets auf energieeffizientes Wohnen gesetzt.
SEG erzielt Millionenüberschuss
Auch wirtschaftlich entwickelte sich das Projekt positiv. Die Stadterneuerungsgesellschaft Gelsenkirchen (SEG) investierte nach Angaben der Stadt rund 22 Millionen Euro in die Entwicklung des Areals. Durch Grundstücksverkäufe wurden gleichzeitig rund 35,7 Millionen Euro eingenommen. Daraus ergibt sich ein Überschuss von etwa 13,7 Millionen Euro.
Das Geld soll nach Angaben der Stadt wiederum in weitere Projekte der Stadterneuerung und des Wohnungsbaus fließen. Damit ist der Buersche Waldbogen nicht nur städtebaulich, sondern auch wirtschaftlich ein bedeutendes Projekt für Gelsenkirchen.
Ein neues Quartier auf einem alten Klinikstandort
Der Buersche Waldbogen zeigt besonders deutlich, wie sich ehemalige Krankenhausflächen verändern können. Wo bis 2007 die Kinderklinik stand, befinden sich heute moderne Wohnhäuser. Aus einem abgeschlossenen Klinikstandort wurde ein neues Stadtviertel mit Wohnungen, Familienhäusern, Grünflächen und Spielplätzen. Gleichzeitig wurde eine große bereits erschlossene Fläche genutzt, um neuen Wohnraum zu schaffen.
Aktueller Stand
Stand Juli/August 2026: Nahezu fertiggestellt
Der größte Teil des Buerschen Waldbogens ist inzwischen bebaut und bewohnt.
Nur wenige Grundstücke befinden sich noch in der Entwicklung beziehungsweise Vermarktung. Dazu gehören nach aktuellem Stand noch etwa vier Bauplätze für Einfamilienhäuser sowie einzelne Wohnungen in noch entstehenden Mehrfamilienhäusern.
Damit befindet sich das rund zehn Jahre dauernde Entwicklungsprojekt auf der Zielgeraden.
Zehn Jahre Entwicklung
Bis 2007
Die Gelsenkirchener Kinderklinik befindet sich auf dem Gelände.
2007
Die Kinderklinik zieht an den heutigen Standort neben dem Knappschaftskrankenhaus. Die alten Klinikgebäude werden anschließend abgerissen.
2012
Der Rat der Stadt Gelsenkirchen beschließt den Bebauungsplan.
2016
Die SEG beginnt mit der Vermarktung der Grundstücke.
2017
Bonava startet den Verkauf von 28 Eigenheimen mit 22 Doppelhaushälften und sechs Reihenhäusern.
2019
Die ersten Bauabschnitte des neuen Wohnquartiers werden fertiggestellt beziehungsweise bezogen.
2020er-Jahre
Das Quartier wächst weiter. Weitere Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser entstehen.
Juli 2026
Der Buersche Waldbogen ist nach rund zehn Jahren Entwicklung nahezu vollständig bebaut. Rund 800 Menschen leben inzwischen im Quartier.

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