Sonntag, 17. Mai 2026

Recklinghausen | Neubau Trainingszentrum der Polizei | In Bau

In Recklinghausen am Westring entsteht ein Polizei-Neubau. Es handelt sich dabei um ein Regionales Trainingszentrum (RTZ), wo Beamte aus dem gesamten nördlichen Ruhrgebiet trainert werden. Den Zuschlag für die Maumaßnhme erhielt eine Bietergemeinschaft der Firmen JBR aus Münster und Ten Brinke aus den Niederlanden. Die Polizei zieht als Mieterin für 25 Jahre in die Gebäude. Die Investitionskosten bewegen sich im höheren zweistelligen Millionenbereich.

Für den Fertigstellungstermin kann noch kein konkreter Zeitpunkt gennant werden, da man sich aktuell noch in der Planungsphase befindet. Das vorgesehene Gelände befindet sich am Westring in Recklinghausen und umfasst 50.000 Quadratmeter. Neben dem Trainingszentrum werden auf dem Gelände Dienststellen der Polizei Recklinghausen untergebracht. So werden die Hundertschaft, verschiedene Kommissariate, Sachgebiete und die Fahrzeugwerkstatt eine neue Wirkungsstätte finden. Zudem sind Parkmöglichkeiten für Dienstfahrzeuge und die Fahrzeuge der Mitarbeitenden vorgesehen. Das Präsidium am Westerholter Weg in Recklinghausen wird trotz des Neubaus nicht aufgegeben, es bleibt die erste Heimat der Polizei Recklinghausen.

Quelle: WAZ - Neubau mit Trainingszentrum auch für Gladbecker Polizisten  - (August 2024)


Bild: JBR-Partner


Update 17.05.2026

Spatenstich für die Polizei der Zukunft: Neues Polizeiquartier und Trainingszentrum in Recklinghausen

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich fiel am 5. Mai 2026 der Startschuss für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der Polizei in Nordrhein-Westfalen: In Recklinghausen entstehen eine neue Zentrale Polizeiliche Liegenschaft (ZPL) sowie ein modernes Regionales Trainingszentrum (RTZ). Vertreter aus Politik, Polizei, Verwaltung und Wirtschaft kamen zusammen, um den Beginn der Bauarbeiten offiziell zu feiern.

Ein starkes Signal für moderne Polizeiarbeit

Der Neubau steht für eine klare Zukunftsvision: moderne Arbeitsplätze, innovative Trainingsmöglichkeiten und eine leistungsfähige Infrastruktur für die Polizei der Region. Gemeinsam mit dem Projektentwickler Ten Brinke und den planenden Architekten der JBR-Partnergesellschaft entsteht am Westring ein zukunftsorientierter Standort für Sicherheit und Ausbildung.

Bereits im Juli 2024 wurde der Mietvertrag unterzeichnet. Nach intensiver Planung beginnt nun die praktische Umsetzung eines Projekts, das die Polizeiarbeit in der Region nachhaltig stärken soll.

Zentrale Bündelung wichtiger Polizeidienststellen

Die neue Liegenschaft wird künftig zahlreiche Bereiche der Polizei unter einem Dach vereinen. Dazu gehören:

  • Verwaltungsdienststellen der Polizei Recklinghausen
  • die Hundertschaft
  • verschiedene Kriminalkommissariate
  • die Fahrzeugwerkstatt

Auf dem rund 62.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen zusätzlich umfangreiche Park- und Fahrzeugflächen.

Modernes Training für reale Einsatzlagen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem geplanten Regionalen Trainingszentrum Recklinghausen. Dort sollen künftig nicht nur Einsatzkräfte aus Recklinghausen, sondern auch Polizistinnen und Polizisten aus Gelsenkirchen und Oberhausen trainieren.

Ziel ist es, Einsatzkräfte noch besser auf unterschiedlichste Einsatzlagen vorzubereiten – mit modernen Trainingsmethoden, zeitgemäßer Technik und realitätsnahen Übungsmöglichkeiten.

NRW-Innenminister Herbert Reul betonte die Bedeutung solcher Einrichtungen:

„Moderne Dienststellen und regionale Trainingszentren gehören zu einer professionellen Polizeiarbeit dazu.“

Stimmen zum Projekt

Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen sieht in dem Bauprojekt einen wichtigen Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Polizei:

„Mit dem Spatenstich beginnt die Bauphase eines Projekts, das unsere Polizei zukunftstauglich macht.“

Auch Bürgermeister Axel Tschersich unterstrich die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei und bezeichnete die neue Einrichtung als wichtigen Standortfaktor für Recklinghausen.

Von Seiten des Bauherrn erklärte Albert ten Brinke, CEO von Ten Brinke:

„Hier entsteht ein modernes Polizeiquartier, das höchste Anforderungen der polizeilichen Arbeit erfüllt.“

Investition in Sicherheit und Zukunft

Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen mit Genehmigung des Innenministeriums NRW. Mit dem Baustart wurde nun der Grundstein für eine moderne Polizeiinfrastruktur gelegt, die weit über Recklinghausen hinaus Bedeutung haben wird.



Pressemitteilung: Spatenstich für zentralen Polizeistandort in Recklinghausen

Moers - Neubau Volksbank Hülsdonker Straße - In Planung

Volksbank Niederrhein investiert in die Zukunft: Neubauprojekt in Moers gestartet

Die Volksbank Niederrhein setzt ein starkes Zeichen für Zukunft, Nachhaltigkeit und regionale Verbundenheit: In der Moerser Innenstadt entsteht ein modernes neues Bankgebäude im neu entwickelten WEYERPARK an der Hülsdonker Straße. Mit dem jetzt unterzeichneten Bauvertrag beginnt offiziell eines der bedeutendsten Projekte der Bank in den kommenden Jahren.

Ein klares Bekenntnis zum Standort Moers

Für Vorstandsvorsitzenden Guido Lohmann ist der Neubau weit mehr als nur ein modernes Verwaltungsgebäude. Vielmehr versteht die Bank das Projekt als langfristige Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und als klares Bekenntnis zur Region Niederrhein.

Das neue Gebäude soll moderne Beratungswelten, attraktive Arbeitsplätze und nachhaltige Architektur miteinander verbinden. Gleichzeitig möchte die Volksbank einen offenen Begegnungsort für Mitglieder, Kunden und Mitarbeitende schaffen.

Bild: Volksbank Niederrhein

Modernes Kompetenzzentrum auf 1.600 Quadratmetern

Nach Fertigstellung stehen rund 1.600 Quadratmeter Büro-, Service- und Beratungsfläche zur Verfügung. Geplant ist ein zentraler Kompetenzstandort für die Region Moers, an dem künftig verschiedene Bereiche gebündelt werden:

  • Firmenkundenbetreuung
  • Private Banking
  • Baufinanzierung
  • Privatkundengeschäft

Besonderes Highlight wird ein Veranstaltungsbereich im obersten Stockwerk mit großzügiger Dachterrasse sein. Die Räumlichkeiten sollen nicht nur intern genutzt werden, sondern auch regionalen Vereinen und gemeinnützigen Organisationen kostenfrei für Veranstaltungen oder Jahreshauptversammlungen zur Verfügung stehen.

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt

Bei der Planung spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Das Gebäude soll hohe energetische Standards erfüllen und ressourcenschonend betrieben werden. Vorgesehen sind unter anderem:

  • Energieversorgung über Solaranlagen und Wärmepumpentechnik
  • Fahrradstellplätze mit Solardächern
  • Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge
  • Gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr

Damit möchte die Volksbank nicht nur wirtschaftlich investieren, sondern auch ökologische Verantwortung übernehmen.

Regionale Unternehmen übernehmen die Umsetzung

Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit regionalen Partnern. Die Projektentwicklung übernimmt die Area & Clavis GmbH. Der Rohbau wird von der Malesevic Bau GmbH realisiert. Für die Innenarchitektur und bankspezifischen Konzepte wie Tresorräume oder Schließfachanlagen zeichnet die Raumplan GmbH verantwortlich.

Die enge Zusammenarbeit mit heimischen Unternehmen sei laut Vorstand ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie.

Fertigstellung für 2028 geplant

Die Bauanträge wurden bereits eingereicht. Der Baubeginn ist für Herbst 2026 vorgesehen, die Fertigstellung wird für Herbst 2028 erwartet.

Nach dem Umzug wird die Volksbank ihren bisherigen Standort an der Mühlenstraße aufgeben. Das derzeit genutzte Gebäude gilt laut Bank als energetisch und bautechnisch nicht mehr zeitgemäß sowie langfristig wirtschaftlich unattraktiv.

Samstag, 16. Mai 2026

Bochum - Neubau Mehrfamilienhaus Feldmark, Ecke Maria-Merian-Weg - In Planung

Familienfreundlicher Neubau im Ostpark geplant

Im Ostpark entsteht ein weiteres öffentlich gefördertes Wohnbauprojekt: Der Gemeinnützige Wohnungsverein zu Bochum eG (GWV) realisiert an der Feldmark, Ecke Maria-Merian-Weg insgesamt 39 Wohnungen mit Schwerpunkt auf familiengerechten Grundrissen. Das Vorhaben ergänzt die laufende Entwicklung des neuen Stadtquartiers und setzt zugleich auf energieeffiziente Gebäudetechnik sowie nachhaltige Freiraumkonzepte.

Bild: Tor5 Architekten, Bochum

Öffentlich geförderter Wohnraum für Familien

Die geplanten Wohnungen richten sich an Haushalte mit geringem bis mittlerem Einkommen. Mit einer Nettokaltmiete von 7,45 Euro pro Quadratmeter bleibt das Projekt deutlich unter dem aktuellen Marktniveau. Vorgesehen sind Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, wobei der Fokus auf größeren Einheiten zwischen 80 und 110 Quadratmetern liegt – ein Segment, das im geförderten Wohnungsbau vieler Städte weiterhin knapp ist.

Das Gebäude umfasst vier Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss und erreicht eine Gesamtwohnfläche von rund 3.040 Quadratmetern. Die kompakte Bauweise reagiert auf die urbane Lage innerhalb des Entwicklungsgebiets Ostpark und kombiniert hohe Wohnraumausnutzung mit familienfreundlichen Wohnungszuschnitten.

Nachhaltige Gebäudetechnik und Regenwassermanagement

Auch technisch orientiert sich das Projekt an aktuellen Anforderungen des nachhaltigen Wohnungsbaus. Der Neubau erfüllt den Effizienzhaus-40-Standard und wird mit einer Kombination aus Geothermie und Photovoltaik ausgestattet. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine extensive Dachbegrünung.

Besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem Entwässerungssystem im Quartier. Das Niederschlagswasser wird nicht direkt in die Kanalisation eingeleitet, sondern oberirdisch über Rinnen, Wasserläufe und Rückhaltebecken geführt und anschließend dem Harpener Bach zugeleitet. Das Konzept verbindet technische Infrastruktur mit landschaftsplanerischen Elementen und trägt zur klimaresilienten Quartiersentwicklung bei.

Mobilitätskonzept mit Tiefgarage und Fahrradstellplätzen

Zur Entlastung des öffentlichen Raums entsteht unter dem Gebäude eine Tiefgarage mit 20 PKW-Stellplätzen. Ergänzend sind Fahrradstellplätze sowie Flächen für Lastenräder vorgesehen. Weitere Stellplätze stehen in der benachbarten Quartiersgarage zur Verfügung.

Das rund 2.230 Quadratmeter große Grundstück integriert damit unterschiedliche Mobilitätsformen und reagiert auf die veränderten Anforderungen urbaner Wohnquartiere.

Baustart ab Ende 2026 vorgesehen

Die Baugenehmigung für das Projekt liegt bereits vor. Ab Mai 2026 beginnen zunächst vorbereitende Bodenuntersuchungen. Der offizielle Spatenstich ist für November geplant, der eigentliche Baubeginn soll Ende des Jahres erfolgen.

Quelle: Ostpark wächst – mehr bezahlbarer Wohnraum für Familien

Sonntag, 10. Mai 2026

Bochum - Wohngebäude Wasserstraße 170c - In Bau

Hinterlandbebauung als städtebauliches Prinzip im Bochumer Süden

An der Wasserstraße 170c in Bochum-Wiemelhausen entsteht derzeit ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Eigentumswohnungen. Das Projekt unterscheidet sich von vielen klassischen Straßenrandbebauungen vor allem durch seine Positionierung im hinteren Grundstücksbereich. Die geplante Hinterlandbebauung reagiert damit auf die dichte urbane Struktur entlang der Wasserstraße und schafft einen räumlich abgeschirmten Wohnbereich innerhalb eines gewachsenen Stadtquartiers.

Städtebauliche Einordnung

Die Wasserstraße gehört zu den wichtigen innerstädtischen Verbindungsachsen im Bochumer Süden. Das Umfeld ist geprägt von einer Mischung aus Nachkriegswohnungsbau, kleinteiligen Mehrfamilienhäusern und einzelnen verdichteten Neubauten. Gleichzeitig weist der Stadtteil Wiemelhausen weiterhin zahlreiche tief geschnittene Grundstücke auf, die Potenzial für Nachverdichtung bieten.

Das Projekt an der Wasserstraße 170c nutzt genau diese Struktur. Statt einer straßenbegleitenden Ergänzung entsteht der Neubau im rückwärtigen Grundstücksbereich. Diese Form der Nachverdichtung ist in vielen Ruhrgebietsstädten zunehmend zu beobachten, da innerstädtische Bauflächen begrenzt sind und gleichzeitig Wohnraum geschaffen werden soll.

Die architektonische Herausforderung solcher Projekte besteht häufig darin, ausreichende Belichtung, Erschließung und Freiraumqualität trotz dichter Umgebung sicherzustellen.

Gebäudestruktur und Wohnkonzept

Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten unterschiedlicher Größe. Die Wohnungen reichen von kleineren 2,5-Zimmer-Grundrissen bis hin zu größeren Familien- und Penthousewohnungen.

Das Projekt orientiert sich typologisch an zeitgenössischen Neubauten im mittleren Geschosswohnungsbau:

  • kompakte Eigentümergemeinschaft
  • barrierearme Erschließung
  • Aufzug
  • Tiefgarage
  • klar standardisierte Grundrisssysteme

Die Wohnungsgrößen zwischen etwa 71 und 121 Quadratmetern deuten auf eine relativ breite Zielgruppe hin. Auffällig ist dabei die Kombination aus kleineren Einheiten und großzügigeren Penthousewohnungen innerhalb eines vergleichsweise kleinen Gebäudes.

Architektur zwischen Funktionalität und Energieeffizienz

Aus den bislang bekannten Informationen ergibt sich kein spektakulärer architektonischer Ansatz, vielmehr folgt das Projekt einem derzeit typischen Schema des energieeffizienten Wohnungsneubaus:

  • kompakte Baukörper
  • wirtschaftliche Grundrissorganisation
  • reduzierte technische Komplexität
  • Fokus auf Energieeffizienz und Barrierearmut

Geplant ist ein KfW-55-Standard in Verbindung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Damit bewegt sich das Projekt innerhalb der gegenwärtig üblichen energetischen Anforderungen für Neubauten im Wohnungsbau.

Interessant ist dabei weniger die technische Innovation als vielmehr die Frage, wie sich solche Standards langfristig auf Baukosten, Betriebskosten und architektonische Gestaltung auswirken. Viele aktuelle Wohnungsneubauten stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck, wodurch Fassadengestaltung, Materialität und räumliche Großzügigkeit häufig reduziert werden.

Hinterlandbebauung und urbane Nachverdichtung

Das Projekt lässt sich auch als Beispiel für die zunehmende Nachverdichtung innerhalb bestehender Wohnquartiere lesen. Während freie Bauflächen im Ruhrgebiet lange ausreichend vorhanden waren, rücken heute stärker jene Grundstücke in den Fokus, die bislang nur teilweise genutzt wurden.

Hinterlandbebauungen bieten dabei Vorteile und Konfliktpotenziale zugleich:

Potenziale

  • effizientere Flächennutzung
  • Schaffung zusätzlichen Wohnraums ohne neue Siedlungsflächen
  • ruhigere Wohnsituationen trotz zentraler Lage
  • bessere Ausnutzung bestehender Infrastruktur

Herausforderungen

  • eingeschränkte Belichtung und Sichtachsen
  • Konflikte mit Bestandsbebauung
  • höhere Anforderungen an Erschließung und Feuerwehrzufahrt
  • mögliche Versiegelung bislang offener Hofflächen

Gerade in dicht gewachsenen Stadtteilen wie Wiemelhausen wird die Qualität solcher Projekte stark davon abhängen, wie sorgfältig Übergänge zwischen Bestand und Neubau gestaltet werden.

Einordnung in den Bochumer Wohnungsmarkt

Mit den derzeit aufgerufenen Kaufpreisen bewegt sich das Projekt im oberen Segment des Bochumer Neubauwohnungsmarktes. Dies verweist auf eine Entwicklung, die sich in vielen Ruhrgebietsstädten beobachten lässt: Neubauten orientieren sich zunehmend an energetischen und technischen Standards, die erhebliche Baukosten verursachen und damit auch in traditionell günstigeren Städten zu deutlich höheren Quadratmeterpreisen führen.

Gleichzeitig verändert sich dadurch die soziale Zusammensetzung neuer Wohnprojekte. Eigentumswohnungen dieser Größen- und Preisklasse richten sich heute überwiegend an Haushalte mit vergleichsweise hoher Kaufkraft.

Fazit

Das Neubauprojekt an der Wasserstraße 170c steht exemplarisch für aktuelle Entwicklungen im urbanen Wohnungsbau des Ruhrgebiets: Nachverdichtung im Bestand, energieeffiziente Bauweise und standardisierte Eigentumswohnungsprojekte innerhalb gewachsener Stadtquartiere.

Architektonisch scheint weniger ein experimenteller Ansatz im Vordergrund zu stehen als vielmehr die funktionale Umsetzung eines wirtschaftlich tragfähigen Neubaus unter heutigen energetischen Rahmenbedingungen. Interessant bleibt vor allem die städtebauliche Wirkung der Hinterlandbebauung und die Frage, wie sich solche Projekte langfristig in bestehende Quartiersstrukturen integrieren.

Bilder + Quelle: Bollmann - Gruppe -Wasserstraße 170c Projektentwicklung

Sonntag, 19. April 2026

Bochum - Mehrfamilienhaus an der Tippelsberger Straße 20 - Fertig (12/25)

Fertiggestelltes Mehrfamilienhaus an der Tippelsberger Straße 20 in Bochum

An der Tippelsberger Straße 20 im Bochumer Stadtteil Riemke wurde kürzlich ein modernes Mehrfamilienhaus fertiggestellt. Das Projekt wurde von der Bochumer Wohnstätten Genossenschaft realisiert und ist Teil der lokalen Wohnraumentwicklung mit Fokus auf energieeffizientes und barrierefreies Wohnen.


Projektübersicht

Das Gebäude umfasst drei Geschosse mit insgesamt zwölf Wohneinheiten. Die Wohnungen sind als Zwei-Zimmer-Apartments konzipiert und verfügen über Wohnflächen von etwa 60 bis 63 Quadratmetern. Das Angebot richtet sich vor allem an Singles und Paare.

Mit der Fertigstellung steht nun zusätzlicher Wohnraum im Stadtteil zur Verfügung.

Bauweise und Ausstattung

Das Mehrfamilienhaus wurde nach modernen energetischen Standards errichtet. Eine Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Batteriespeicher trägt zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zu einer nachhaltigen Versorgung bei.

Zu den Ausstattungsmerkmalen zählen:

  • Barrierefreier Zugang zu allen Wohnungen
  • Aufzug innerhalb des Gebäudes
  • Fußbodenheizung
  • Loggien für jede Wohneinheit
  • Gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse
  • Begrünte Dachflächen

Die Fassadengestaltung kombiniert Klinker- und Putzflächen und fügt sich in die bestehende Bebauung ein.

Fotos: MACON BAU GmbH

Außenanlagen und Infrastruktur

Auf dem Grundstück wurden zwölf Stellplätze geschaffen, teilweise mit Vorbereitung für Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Ergänzt wird das Angebot durch eine kleine Spielfläche sowie gemeinschaftliche Bereiche.

Die Erschließung erfolgt über Laubengänge auf der Hofseite, wodurch eine funktionale und platzsparende Lösung umgesetzt wurde.

Standortentwicklung

Das Gebäude wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Gaststätte errichtet, die zuvor abgerissen worden war. Durch die Neubebauung wurde die Fläche einer neuen Nutzung zugeführt und trägt zur Nachverdichtung im Stadtteil bei.

Herne - Wohnquartier "Funkenberghöfe" - In Planung

Funkenberghöfe in Herne: Neues Wohnquartier mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Vielfalt

In Herne entsteht mit den „Funkenberghöfen“ ein neues Wohnquartier, das moderne Architektur mit ökologischen und sozialen Aspekten verbinden soll. Das Projekt ist Teil der Entwicklung des sogenannten Funkenbergquartiers im Stadtteil Baukau, unweit des Hauptbahnhofs.


Projektumfang und Zeitplan

Geplant sind insgesamt fünf Wohngebäude mit rund 87 Wohneinheiten. Die Realisierung erfolgt durch die Dorcon Projekt GmbH, während die architektonische Gestaltung vom Büro Tor 5 Architekten verantwortet wird. Das Investitionsvolumen liegt bei etwa 30 Millionen Euro.

Nach aktuellem Stand soll der Bau im Sommer 2027 beginnen, die Fertigstellung ist für das Jahr 2029 vorgesehen.

Wohnkonzept und Zielgruppen

Das Wohnangebot umfasst unterschiedliche Wohnformen, darunter:

  • kompakte Wohnungen für Einzelpersonen
  • größere Einheiten für Familien
  • sogenannte Clusterwohnungen, die sich beispielsweise für Wohngemeinschaften eignen

Ein zentrales Merkmal ist die Kombination aus frei finanzierten und öffentlich geförderten Wohnungen. Damit soll ein breites Spektrum an Einkommensgruppen angesprochen werden. Als potenzielle Zielgruppen gelten unter anderem Studierende sowie Beschäftigte der nahegelegenen Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung.


Städtebauliches und ökologisches Konzept

Besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung der Außenbereiche. Die Funkenberghöfe sind als Quartier mit begrünten Innenhöfen konzipiert, die unterschiedliche Nutzungen ermöglichen sollen. Vorgesehen sind unter anderem Aufenthaltsflächen, Gartenbereiche sowie Spiel- und Begegnungszonen.

Darüber hinaus sind Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen geplant. Alle Wohnungen sollen über Balkone verfügen, ergänzt durch Tiefgaragen für den ruhenden Verkehr. Insgesamt wird ein klimagerechter Baustandard angestrebt.


Mietpreise und Finanzierung

Konkrete Mietpreise stehen noch nicht fest. Erste Einschätzungen deuten jedoch auf etwa 6,50 Euro pro Quadratmeter für öffentlich geförderte Wohnungen und rund 16 Euro pro Quadratmeter für frei finanzierte Einheiten hin. Angaben zu Kaufpreisen für Eigentumswohnungen liegen derzeit noch nicht vor.

Bedeutung für die Stadtentwicklung

Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Transformation des Funkenbergquartiers. Neben den Funkenberghöfen entstehen dort weitere Einrichtungen aus den Bereichen Bildung und Forschung, die künftig mehrere tausend Menschen an den Standort bringen sollen.

Vor diesem Hintergrund soll das neue Wohnquartier nicht nur zusätzlichen Wohnraum schaffen, sondern auch zur Belebung des Stadtteils beitragen und eine stärkere Nutzung über die üblichen Arbeitszeiten hinaus ermöglichen.

Bilder: TOR5 Architekten, Bochum

Quelle: WAZ - „Funkenberghöfe“: Neues Wohnquartier in Herne mit grünen Plätzen und Dachgärten - Paywall


Freitag, 10. April 2026

Bochum - Wohnen am Stadtpark - In Planung

Wohnen am Stadtpark in Bochum: Kontext, Konzept und städtebauliche Qualität

Die Entwicklung neuer Wohnprojekte im innerstädtischen Bereich stellt Städte wie Bochum vor die Herausforderung, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die gewachsene Struktur sensibel weiterzuentwickeln. Mit dem Projekt „Wohnen am Stadtpark“ verfolgt das Wohnungsunternehmen Vivawest genau diesen Ansatz. Auf einem Grundstück im Stadtparkviertel entsteht ein moderner Wohnkomplex, der sich bewusst auf seine Umgebung bezieht und zugleich zeitgemäße Wohnformen integriert.


Städtebaulicher Kontext: Bauen im gewachsenen Umfeld

Das Plangebiet befindet sich in unmittelbarer Nähe des Stadtpark Bochum, einem der bedeutendsten innerstädtischen Grünräume der Stadt. Ergänzt wird der Kontext durch die historisch gewachsenen Wohnquartiere aus dem späten 19. Jahrhundert sowie die prägnant gelegene Lutherkirche Bochum.

Diese Umgebung ist durch unterschiedliche städtebauliche Strukturen geprägt:

  • heterogene Baufluchten
  • variierende Gebäudehöhen
  • unterschiedliche architektonische Ausdrucksformen

Die daraus resultierende „uneindeutige städtebauliche Situation“ bildet den Ausgangspunkt für den Entwurf. Anstatt diese Brüche zu ignorieren, greift das Konzept sie auf und übersetzt sie in eine vermittelnde architektonische Form.


Entwurfsstrategie: Aufnahme und Transformation von Fluchten

Ein zentrales Element des Entwurfs ist die bewusste Aufnahme vorhandener Baufluchten. Dabei orientiert sich das Gebäude an mehreren Bezugspunkten:

  • im Westen: das Katharina-von-Bora-Haus sowie die Lutherkirche
  • im Süden: die bestehende Wohnbebauung der angrenzenden Siedlung

Durch das gezielte Umlenken dieser Fluchten entsteht ein Baukörper, der die unterschiedlichen Richtungen und Raumkanten miteinander verbindet. Das Gebäude fungiert somit als vermittelndes Element zwischen verschiedenen städtebaulichen Ordnungen.

Diese Herangehensweise ist typisch für qualitätsvolle Nachverdichtung: Sie stärkt bestehende Strukturen, anstatt sie zu überformen.

Bild: Rübsamen Partner, Bochum


Gebäudekonzept und Erschließung

Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist die effiziente Organisation der Erschließung. Das gesamte Gebäude wird über lediglich zwei Erschließungskerne organisiert. Daraus ergibt sich eine klare innere Struktur mit mehreren Vorteilen:

  • Reduktion von Verkehrsflächen
  • wirtschaftliche Bauweise
  • kompakte Organisation

Gleichzeitig entsteht im Inneren ein umlaufender Laubengang. Dieser übernimmt nicht nur die Funktion der Erschließung, sondern wird bewusst als sozialer Raum gestaltet. Geplant sind:

  • Aufenthaltsbereiche
  • Begegnungszonen für die Bewohner
  • integrierte Bepflanzungselemente

Der Laubengang entwickelt sich damit zu einem halböffentlichen Raum, der die Kommunikation innerhalb der Hausgemeinschaft fördert und über eine reine Funktionsfläche hinausgeht.


Material- und Fassadenkonzept

Die architektonische Gestaltung orientiert sich stark an der unmittelbaren Umgebung, insbesondere an der Lutherkirche. Ziel ist es, einen gestalterischen Zusammenhang herzustellen, ohne historische Formen zu imitieren.

Die Fassadengestaltung folgt einem differenzierten Konzept:

  • Westlicher Baukörper (zur Klinikstraße):
    Ziegelfassade mit Anlehnung an die Struktur und Farbigkeit des Muschelkalks der Kirche
  • Übrige Fassaden:
    • Kratzputzoberflächen
    • farblich durchgefärbte Betonfertigteile für Balkonbrüstungen
    • Klinkersockel zur Erdgeschosszone

Diese Kombination erzeugt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Robustheit, Dauerhaftigkeit und gestalterischer Differenzierung. Gleichzeitig wird eine visuelle Verbindung zur historischen Nachbarschaft hergestellt.


Freiraumgestaltung: Orientierung am Landschaftspark

Auch die Gestaltung der Außenräume folgt einem klaren Leitbild. Inspiriert von Konzepten des englischen Landschaftsparks werden die Freiflächen naturnah entwickelt. Charakteristisch dafür sind:

  • weich geschwungene Wegeführungen
  • lockere, landschaftliche Bepflanzung
  • fließende Übergänge zwischen bebauten und unbebauten Flächen

Diese Gestaltung trägt zur Aufenthaltsqualität bei und schafft eine Verbindung zum nahegelegenen Stadtpark.


Projektumfang und Nutzungskonzept

Das Projekt „Wohnen am Stadtpark“ umfasst insgesamt:

  • 88 frei finanzierte Wohnungen
  • unterschiedliche Wohnungsgrößen für diverse Zielgruppen
  • eine Tiefgarage
  • ein kleines Ladenlokal (z. B. für Café oder Bäckerei)

Damit wird nicht nur Wohnraum geschaffen, sondern auch ein Beitrag zur Belebung des Quartiers geleistet.


Zeitplan und Baubeginn

Ein konkreter Starttermin für die Bauarbeiten steht inzwischen ebenfalls fest:
Der Baubeginn ist für das kommende Jahr vorgesehen, also voraussichtlich 2027, sofern die Planungen und Genehmigungen wie vorgesehen umgesetzt werden.

Damit befindet sich das Projekt aktuell noch in der Vorbereitungs- und Planungsphase, hat jedoch mit der positiven Bewertung durch den Gestaltungsbeirat bereits eine wichtige Hürde genommen.


Einordnung und Bewertung

Der Entwurf des Bochumer Architekturbüros „Rübsamen Partner“ wurde vom Gestaltungsbeirat der Stadt positiv bewertet. Unter dem Vorsitz von Heiner Farwick wurde insbesondere hervorgehoben, dass sich das Projekt intensiv mit dem Ort und seiner Geschichte auseinandersetzt.

Aus fachlicher Sicht lassen sich mehrere Qualitäten feststellen:

  • Kontextsensibilität:
    Der Entwurf reagiert differenziert auf die vorhandene städtebauliche Situation
  • Nachverdichtung mit Qualität:
    Es wird zusätzlicher Wohnraum geschaffen, ohne neue Flächen zu versiegeln
  • Soziale Aspekte:
    Gemeinschaftsorientierte Räume wie der Laubengang fördern nachbarschaftliche Interaktion
  • Gestalterische Kohärenz:
    Materialwahl und Fassadengliederung schaffen eine Verbindung zwischen Alt und Neu
Quelle: WAZ - Wohnen am Stadtpark in Bochum: Gestaltungsbeirat lobt Entwurf für Neubau