Die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund befindet sich derzeit in einer umfassenden baulichen und inhaltlichen Erneuerung. Für rund 19 Millionen Euro werden das denkmalgeschützte Gebäude saniert, die Dauerausstellung vollständig neu konzipiert und ein modernes Empfangsgebäude mit zusätzlichen Bildungs- und Seminarräumen errichtet.
Die Bauarbeiten haben im Juni 2025 begonnen und sollen voraussichtlich bis 2028 abgeschlossen werden. Während der Bauzeit bleibt die Gedenkstätte für den regulären Besucherverkehr geschlossen. Bildungsangebote und Vorträge werden jedoch weiterhin an wechselnden Veranstaltungsorten angeboten.
![]() |
| Bild: Konermann Siegmund Architekten BDA |
Historischer Ort mit besonderer Bedeutung
Die Steinwache wurde 1906 als Polizeiwache errichtet und 1928 um einen Gefängnistrakt erweitert. Während der Zeit des Nationalsozialismus nutzte die Gestapo das Gebäude als Haft- und Verhörort. Zahlreiche Menschen wurden hier aus politischen, rassistischen oder religiösen Gründen inhaftiert, misshandelt und anschließend in Konzentrationslager deportiert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zunächst weiterhin als Polizeidienststelle genutzt, später diente es zeitweise als Unterkunft für Obdachlose. Seit 1992 befindet sich dort die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, die die Geschichte des Ortes und die nationalsozialistische Verfolgung dokumentiert.
Denkmalgerechte Sanierung
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der denkmalgerechten Instandsetzung des historischen Gebäudes. Ziel ist es, die ursprüngliche Bausubstanz möglichst weitgehend zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Geplant sind unter anderem die Restaurierung von Fassaden, Fenstern, Bodenbelägen und Betonbauteilen.
Auch die rund 40 Ausstellungsräume werden grundlegend überarbeitet. Der Rundgang wird neu strukturiert und die Ausstellung stärker auf die Schicksale der ehemaligen Gefangenen ausgerichtet.
Neue Dauerausstellung und Erweiterungsbau
Neben der Sanierung entsteht ein neues Empfangsgebäude am historischen Standort. Der Neubau soll moderne Ausstellungsflächen sowie Seminar- und Veranstaltungsräume aufnehmen und die Bildungsarbeit der Gedenkstätte deutlich verbessern. Vor allem für Schulklassen und Besuchergruppen entstehen damit zeitgemäße Räumlichkeiten für Workshops, Vorträge und vertiefende Bildungsangebote.
Parallel dazu wird die Dauerausstellung vollständig neu entwickelt. Ziel ist eine zeitgemäße Vermittlung der Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses sowie der nationalsozialistischen Verfolgung. Moderne Ausstellungskonzepte sollen historische Informationen anschaulich vermitteln und die Erinnerung an die Opfer dauerhaft bewahren.
Mit der Investition wird die Steinwache sowohl denkmalpflegerisch als auch inhaltlich für die kommenden Jahrzehnte neu aufgestellt. Nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2028 soll sie ihre Rolle als einer der wichtigsten Erinnerungs- und Bildungsorte zur Geschichte des Nationalsozialismus in Dortmund weiter ausbauen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen